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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Heiße Tage bringen Hirschkäfer in Paarungsstimmung

Beim Artenschutz helfen und Funde an das HLNUG melden

Gießen, 17.06.2021 – Mit etwas Verspätung durch die kalten Tage im April und Mai kommt es nun zur Haupt-Flugzeit der größten europäischen Käferart – dem Hirschkäfer. Die bis zu zehn Zentimeter großen Käfer sind nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) europarechtlich geschützt. Um gezielte Schutzmaßnahmen entwickeln zu können, erfasst das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) daher das Vorkommen der Art. Bürgerinnen und Bürger können dabei unterstützen und ihre Hirschkäfer-Sichtungen online an das HLNUG melden.

„Die Wetterprognosen versprechen uns schwül-heiße, tropisch anmutende Tage und Nächte. Eine perfekte Gelegenheit, um den Hirschkäfer bei seiner auffälligen Brautschau im heimischen Garten beobachten zu können“, erläutert der Insektenexperte Niklas Krummel vom HLNUG. Mit ihren geweihartigen Mundwerkzeugen buhlen die Männchen im Kampf gegeneinander um die Gunst der Weibchen. Bis circa Mitte Juli kann man den Hirschkäfer bis in die Abendstunden bei der Nahrungsaufnahme an verletzten Bäumen oder bei der Suche nach einem Partner beobachten.

Vierzehn Jahre sind inzwischen seit dem Start des Hirschkäfer-Beobachternetzes vergangen. Dank der zahlreichen Meldungen und aktiven Bereitschaft von vielen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern kann das HLNUG heute etwa 10.000 Fundpunkte von Hirschkäfern im hessischen Datenbestand ausmachen. 2019 wurde zudem das Projekt „Meldeportal für Arten“ initiiert. Nun ist es für jede und jeden möglich, den Hirschkäfer direkt über die Webseite der Behörde zu melden. So konnten bereits im ersten Jahr des Projekts 179 und im zweiten Jahr, 2020, gar 345 Hirschkäfernachweise erfasst werden.

Die Ergebnisse zeigen auch: Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) scheint auch in Hessen zum „Städter“ zu werden. Die allermeisten Hirschkäfermeldungen kommen aus Gärten und Siedlungsräumen. Aus den zahlreichen Meldungen wird deutlich, dass die besiedelten Räume mit weit mehr als der Hälfte der Funde für den Hirschkäfer eine hohe Bedeutung haben.

Meldeportal, über das Bürgerinnen und Bürger mitmachen und ihre Beobachtung – am besten mit Foto –  online melden können: https://www.hlnug.de/?id=18338