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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Wasser

Hessische Badeseen wieder geöffnet

Wasserqualität überwiegend „ausgezeichnet“

Wiesbaden, 10.06.2020 – Das Warten hat ein Ende, die Entscheidung ist gefallen: Rechtzeitig zum Einzug des Sommers kommende Woche dürfen ab dem 15. Juni nun auch die hessischen Freibäder und Badeseen wieder genutzt werden, wie die Landesregierung heute in einer Pressekonferenz mitteilte. Freibäder und Badeseen in Hessen sind damit nicht mehr aufgrund der Corona-Verordnung gesperrt und dürfen – unter Auflagen – wieder genutzt werden. Die Entscheidung über die Öffnung obliegt dabei den Betreibern der Bäder und Badeseen selbst: In der Regel sind das die Kommunen in Abstimmung mit ihrem jeweiligen Gesundheitsamt, diese entscheiden selbst, ob sie schon am kommenden Montag öffnen oder erst später.

Voraussetzung für die Öffnung ist neben der Beachtung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln die Vorlage eines anlagenbezogenen Infektionsschutz- und Zugangskonzepts. Außerdem gelten folgende Vorschriften: Im Wasser und außerhalb, etwa auf der Liegewiese, darf sich nur eine Person pro fünf Quadratmeter aufhalten. Warteschlangen sollen vermieden, Umkleiden, Spinde und sanitäre Anlagen dürfen nur unter Beachtung der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts genutzt werden.

Die hessischen Badeseen erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit, und das zu Recht, wie die Anfang der Woche veröffentlichte Einstufung nach der EU-Badegewässerverordnung zeigt: Diese zeichnet ein sehr positives Bild der mehr als 60 hessischen EU-Badestellen – die hygienische Qualität war im Bewertungszeitraum 2016-2019 überwiegend "ausgezeichnet". Drei Badestellen weisen eine "gute" hygienische Qualität auf und nur eine Badestelle wird als "ausreichend" eingestuft. Zwei sanierte Badestellen erhielten keine Einstufung. Zudem wurden zu Beginn der Saison die Badestellen „FKK-Orplid“ und „Meinhardsee“ aufgrund einer Nutzungsänderung abgemeldet.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) arbeitet eng mit den zuständigen Gesundheitsämtern zusammen. Diese untersuchen entsprechend der EU-Verordnung die Badeseen auf die Parameter Escherichia coli und Intestinale Enterokokken. Dies sind Indikatorkeime für fäkale Verunreinigungen, die Krankheitserreger enthalten könnten. Außerdem wird beobachtet, ob es zur Massenvermehrung von sogenannten Blaualgen (Cyanobakterien) kommt, was dazu führen kann, dass vom Baden abgeraten wird.

Generell abgeraten wird vom Baden in Fließgewässern, sprich Flüssen und Bächen, da eingeleitete Abwässer, selbst wenn sie einen Reinigungsprozess in der Kläranlage durchlaufen haben, mit pathogenen Keimen belastet sein können. Darunter können sich gegebenenfalls auch multiresistente Keime befinden.

Die offiziellen EU-Badestellen an Seen und Talsperren hingegen werden nach EU-Badegewässer-Richtlinie und hessischer Badegewässer-Verordnung streng überwacht, um eine unbedenkliche Nutzung sicherzustellen. Diese werden vor Beginn der individuell festgelegten Badesaison und danach mindestens in monatlichem Abstand auf Indikatorkeime von den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern der Landkreise untersucht.
 

Um einen möglichst nutzerfreundlichen Überblick über die hessischen Badestellen und deren Einstufung zu bieten, hat das HLNUG seine Internetseite für die aktuelle Badesaison überarbeitet: Unter badeseen.hlnug.de können jederzeit, auch von unterwegs, aktuelle Informationen zum jeweiligen Badesee abgerufen werden.