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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Pressemitteilung

Messwerte Ultrafeinstaub online

HLNUG veröffentlicht aktuelle Daten weiterer Messstationen

Wiesbaden, 17. Dezember 2019 – Der Flughafen Frankfurt als Quelle von Ultrafeinstaub – spätestens seit dem 2. Zwischenbericht des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) vom vergangenen August ist klar, dass hauptsächlich der Flugverkehr auf dem Flughafengelände selbst aber auch Überflüge auf niedrigen Flughöhen zu einer erhöhten Konzentration dieser kleinsten Partikel in unserer Außenluft beitragen. Das HLNUG hatte deshalb angekündigt, weitere Messungen durchzuführen und die Ergebnisse auch der Öffentlichkeit transparent zugänglich zu machen.

Die Messwerte der Luftmessstationen Raunheim und Frankfurt-Schwanheim sind schon seit einiger Zeit auf der HLNUG-Homepage abrufbar. Inzwischen sind mit Frankfurt-Sachsenhausen, Frankfurt-Oberrad und Frankfurt-Niedwald drei weitere Stationen hinzugekommen, an denen ultrafeine Partikel gemessen werden – auch diese stellt das HLNUG nun auf seiner Internetseite bereit: www.hlnug.de/messwerte/luft/recherche-1

Die Veröffentlichung dieser Daten soll zur transparenten Dokumentation des Auftretens ultrafeiner Partikel in der Außenluft – insbesondere im Umfeld des Flughafens – beitragen. Mit den Messungen soll weiter untersucht werden, wie hoch die Belastung durch ultrafeine Partikel (UFP) im Umfeld des Flughafens Frankfurt ist. Das HLNUG berichtet regelmäßig über die Erkenntnisse, die sich aus den Messungen ableiten lassen.

Zusätzlich veröffentlicht das HLNUG nun auch die Daten, die an zwei Luftmessstationen auf dem Gelände des Flughafens Frankfurt gemessen werden: www.hlnug.de/?id=14866. Es handelt sich hierbei um Stationen, die das HLNUG im Auftrag des Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH) betreibt. Da diese beiden Stationen auf einem Betriebsgelände stehen, zu dem die Öffentlichkeit keinen Zugang hat, sind sie nicht Bestandteil des regulären Luftmessnetzes zur Beurteilung der Luftqualität in Hessen und unterliegen nicht den gesetzlichen Grenzwerten. Die Messdaten umfassen verschiedene Luftschadstoffe wie z.B. Stickstoffoxide und Feinstaub. An einer dieser Stationen sollen zukünftig auch kontinuierliche Ultrafeinstaubmessungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse dann ebenfalls veröffentlicht werden sollen. Momentan befindet sich die hier benutzte Messtechnik jedoch noch in der Erprobungsphase.


Hintergrund Ultrafeinstaub

Ultrafeine Partikel sind die kleinsten festen Partikel in der Luft – sie können aufgrund ihrer geringen Größe besonders tief in den menschlichen Körper eindringen. Welche Gefahr für die Gesundheit von Ultrafeinstaub ausgeht, kann jedoch noch nicht ausreichend beurteilt werden – bislang gibt es noch zu wenige epidemiologische Studien, die die Effekte der ultrafeinen Partikel untersuchen.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz Umwelt und Geologie (HLNUG) hat 2015 mit der Untersuchung von UFP begonnen und seitdem seine Messaktivitäten kontinuierlich ausgebaut. Nach anfänglichen Messungen der Gesamtpartikelanzahl an der Luftmessstation Raunheim (in Kooperation mit dem Umweltbundesamt), werden seit 2017 an inzwischen insgesamt sieben Standorten Untersuchungen insbesondere auch zur Größenverteilung der ultrafeinen Partikel im Bereich 10 – 500 nm durchgeführt. Diese Untersuchungen werden teilweise vom UNH finanziell unterstützt, zusätzlich betreut das HLNUG in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt die bereits genannten zwei Messstellen in Frankfurt-Oberrad und Frankfurt-Sachsenhausen.

Den bisher durchgeführten Untersuchungen zufolge ist der Flughafen eine bedeutende Quelle für ultrafeine Partikel. Insbesondere sind erhöhte Konzentrationen festzustellen, wenn der Wind aus Richtung Flughafen weht und die Partikel entsprechend weit verfrachtet werden. Ein erster Zwischenbericht über die Untersuchungsergebnisse wurde bereits im Mai 2018 veröffentlicht, ein zweiter folgte im August 2019.


Weitere Informationen:
https://www.hlnug.de/?id=14862

https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/luft/sonstige_berichte/ufp/UFP_Hintergrundinformation_2019.08.09.pdf

 


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