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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Naturschutz

Monitoring des HLNUG führt zu zwei weiteren Wolfsnachweisen

Das am 31.Oktober 2019 bei Herlefeld im Schwalm-Eder-Kreis tot aufgefundene Schaf wurde von einem Wolf getötet.

Wiesbaden, 29.11.2019 – Das am 31.Oktober 2019 bei Herlefeld im Schwalm-Eder-Kreis tot aufgefundene Schaf wurde von einem Wolf getötet. Das ergaben die an dem Tier entnommenen genetischen Proben. Durch die bisherige Analyse konnte der Haplotyp (die genetische Gruppe) des Wolfes identifiziert werden; das Tier gehört danach zur mitteleuropäischen Flachlandpopulation (Haplotyp HW01). Die Probe wird nun weiter untersucht, um festzustellen, ob es sich um die bereits genetisch bekannte Wölfin mit dem Laborkürzel GW1409f handelt, die wiederholt identifiziert worden ist: am 01.08.2019 bei Herlefeld an einem Rotwild-Alttier, am 04.10.2019 an Schafen im benachbarten Landkreis Hersfeld-Rotenburg bei Nentershausen und am 14.10. 2019 an Schafen bei Seifertshausen, ebenfalls im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Einen weiteren Wolfsnachweis gab es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Am 29. Oktober 2019 wurden zunächst an einem Rotwild-Alttier, später an zwei Rotwildkälbern genetische Proben genommen, weil der Verdacht nahelag, dass die Wildtiere von einem Wolf getötet worden waren.

Inzwischen liegt dem HLNUG das Ergebnis der Analysen vor: am erwachsenen, weiblichen Rotwild (Alttier) wurden geringfügige Spuren von Wolfs-DNA nachgewiesen, an den beiden Rotwildkälbern dagegen war keine „Verursacher-DNA“ zu ermitteln.

Im Fall der am 3.November 2019 bei Niedergude (Hersfeld-Rotenburg) getöteten Gänse wurde durch die Beprobung Fuchs-Speichel an den Geflügelkadavern gefunden. Ob der Fuchs hier der Täter war oder ob er sich als Aasfresser bedient hatte, lässt sich nicht abschließend klären. Allerdings konnten keinerlei genetische Spuren eines hundeartigen Beutegreifers (Hund, Wolf oder Goldschakal) ermittelt werden und Füchse kommen durchaus als Rissverursacher für Gänse und anderes Geflügel in Frage. Bei Niedergude hatte es bereits am 19. Oktober 2019 einen Vorfall mit Gänsen und Enten gegeben. Die damalige Genetikprobe erwies sich als nicht auswertbar, d.h. des konnte keine DNA eines Riss-Verursachers nachgewiesen werden.

Hintergrund:

Zuständig für das Wolfsmonitoring in Hessen ist das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Alle Proben werden im Rahmen des Wolfsmonitorings in Deutschland und somit auch in Hessen zur Untersuchung an das Labor für Wildtiergenetik, dem deutschen Referenzzentrum für die Wolfsgenetik in Gelnhausen, geschickt. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des HLNUG:
www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolf