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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Pressemitteilung

Start des Ringversuchs Partikelmessung 2020

Zahlreiche Teilnehmer messen für acht Wochen gemeinsam Feinstaub

Wiesbaden, 23. Januar 2020 – Er ist sehr aufwändig und findet nur alle paar Jahre statt: ein Ringversuch zur Messung fester Partikel in der Luft. Bei Ringversuchen handelt es sich um groß angelegte Vergleichsmessungen, bei denen mehrere beteiligte Institutionen gemeinsam über einen längeren Zeitraum einen bestimmten Parameter, in diesem Fall den Luftschadstoff Feinstaub, messen und anschließend ihre Ergebnisse vergleichen. Anhand dieses Vergleichs lassen sich dann Aussagen über die Genauigkeit der verschiedenen angewandten Messverfahren und -geräte treffen.

2020 ist es wieder so weit – auf dem Gelände des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden messen nun für acht Wochen zahlreiche Teilnehmer aus dem In- und Ausland die Feinstaubfraktionen PM10 und PM2,5. Die Teilnehmerzahl und insbesondere die Zahl der eingesetzten Messsysteme ist bei dem diesjährigen Ringversuch so hoch wie noch nie, was ein großes Interesse der Fachkollegen widerspiegelt.

Nachdem bei zurückliegenden Ringversuchen jeweils nur die großen (PM10) oder kleinen (PM2,5) Feinstaubfraktionen gemessen wurden, nimmt der diesjährige Ringversuch erstmals beide Partikelgrößen in den Blick und ist deshalb sehr groß angelegt: Das HLNUG stellt dafür auf einer Versuchsfläche 47 Messfelder für outdoorfähige Messsysteme bereit, die auch alle belegt sind. Zusätzlich werden zwölf Plätze in zwei Messcontainern am Rande des Versuchsfeldes für Geräte genutzt, welche eine klimatisierte Umgebung benötigen.

Zuständig für Organisation und Durchführung ist das HLNUG, Anbieter des Ringversuchs ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-

Westfalen (LANUV NRW). Das dortige Nationale Referenzlabor wird die Auswertung der Daten vornehmen und anschließend in einem Fachbericht veröffentlichen. An dem Versuch nehmen Kollegen fast aller Bundesländer (Landesumweltämter), das Umweltbundesamt (UBA), der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie Kollegen aus Luxemburg teil.

Hintergrund

Zur Beurteilung der Luftqualität sollten Messwerte möglichst genau und vergleichbar sein. In den vergangenen Jahrzehnten sind Messverfahren und -geräte immer komplexer geworden, es wurde möglich, immer genauere Daten und noch kleinere Konzentrationen von Luftschadstoffen zu erheben. Um Genauigkeit und Vergleichbarkeit der von vielen unterschiedlichen Institutionen gemessenen Werte sicherzustellen, muss die Messtechnik von Zeit zu Zeit überprüft und abgeglichen werden – dies geschieht bei so genannten Ringversuchen.

Ein klassischer Ringversuch, wie er für gasförmige Komponenten an der Ringleitung des LANUV in Essen jährlich stattfindet, ist für Feinstaub nicht durchführbar, sondern muss in Form einer Vergleichsmessung erfolgen. Anhand des Vergleichs der gewonnenen Daten können Messungenauigkeiten und deren Gründe identifiziert werden. Aus diesem Wissen wiederum lassen sich Maßnahmen ableiten, um die Genauigkeit der Messverfahren zu optimieren. Ringversuche sind somit ein wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung der Luftqualitätsüberwachung in Deutschland.

Weitere Informationen:

HLNUG-Infoseite Feinstaub PM10 https://www.hlnug.de/?id=6516
HLNUG-Infoseite Feinstaub PM2,5 https://www.hlnug.de/?id=8568

Nationales Referenzlabor beim LANUV: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/referenzlabor

Das LANUV auf Twitter: https://twitter.com/lanuvnrw

Das HLNUG auf Twitter: https://twitter.com/HLNUG_Hessen


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