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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Pressemitteilung

Tote Schafe bei Seifertshausen im Kreis Hersfeld-Rotenburg wurden von einem Wolf gerissen

Am 14. Oktober 2019 wurde ein Landwirt bei Rotenburg-Seifertshausen/Landkreis Hersfeld-Rotenburg von Spaziergängern darüber informiert, dass diese ein totes Schaf weit abseits der Koppel aufgefunden hatten.

Wiesbaden, 31. Oktober 2019 - Am 14. Oktober 2019 wurde ein Landwirt bei Rotenburg-Seifertshausen/Landkreis Hersfeld-Rotenburg von Spaziergängern darüber informiert, dass diese ein totes Schaf weit abseits der Koppel aufgefunden hatten. Der Schafhalter musste daraufhin feststellen, dass die gesamte Herde ausgebrochen war, ein weiteres Schaf wurde später am Tag ebenfalls tot aufgefunden. Es lag der Verdacht nahe, dass hier ein großer Beutegreifer am Werk gewesen war, weshalb ein geschulter Rissgutachter des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hinzugezogen wurde.
Durch den Gutachter wurde der Fall dokumentiert, ebenfalls wurde eine Genetikprobe zur Untersuchung an das Labor für Wildtiergenetik, dem deutschen Referenzzentrum für die Wolfsgenetik in Gelnhausen, geschickt.
Dem für das Wolfsmonitoring in Hessen zuständigen HLNUG liegt nun das Ergebnis vor: an den toten Schafen wurde eindeutig Wolfs-DNA nachgewiesen, d.h. die Tiere wurden von einem Wolf getötet.

Hintergrund:
Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kam es seit Ende März 2019 bereits zu drei Vorfällen, bei denen Schafe nachweislich durch einen Wolf getötet wurden und zwar am 30.03.2019 bei Alheim/Licherode und am 14.06.2019 bei Ronshausen und am 04.10.2019 bei Dens-Nentershausen.
Mittlerweile ist genetisch bestätigt, dass es sich bei den Vorfällen in Dens-Nentershausen und einem getöteten weiblichen Rotwild (01.08.2019 bei Herlefeld, Schwalm-Eder-Kreis) um dieselbe Wölfin mit dem Laborkürzel GW1409f (GW= GrauWolf, 1409=fortlaufende Nr., f= weiblich) handelt.
Ob diese Wölfin auch für den jüngsten Fall in Seifertshausen verantwortlich ist, wird sich klären, wenn die weiteren genetischen Untersuchungen eine Individualisierung erlauben. Bisher gelang nur die genetische Zuordnung zur sogenannten mitteleuropäischen Flachlandpopulation.
Weitere Verdachtsfälle wurden untersucht, konnten aber genetisch nicht oder noch nicht bestätigt werden.

Im benachbarten Werra-Meißner-Kreis bei Schemmern gelang einem Landwirt auf seinem Acker am 02.10.2019 per Handy eine Videosequenz, auf der ein Wolf zu sehen ist. Das HLNUG hatte am 4. Oktober in einer Pressemitteilung darüber informiert.

Nutztierhaltern in Hessen wird dringend empfohlen ihre Weidetiere nach guter fachlicher Praxis mit standardgemäßen Stromzäunen zu schützen, denn es muss jederzeit überall in Hessen mit durchziehenden Wölfen gerechnet werden.

 


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