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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Untersuchungen zum Abscheideverhalten von Abluftreinigungsanlagen im Hinblick auf Bioaerosole

Zusammenfassung

Im Rahmen eines Messprogramms wurden die Abscheideleistungen für Bioaerosole von 2 unterschiedlichen Abluftreinigungstechnologien untersucht. Dabei wurden Untersuchungen zur Keimemission an geführten Abluftquellen einer mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage mit einer thermisch-regenerativen Abluftbehandlung sowie einer Bioabfallverwertungsanlage mit einer Kombination aus Biowäscher und Biofilter zur Abluftreinigung durchgeführt. Bestimmt wurden Gesamtbakterien-(GBZ) und Gesamtpilzzahl(GPZ), thermotolerante Schimmelpilze(THSP) und Aspergillus fumigatus (Afum), thermophile Actinomyceten (thAct) und der Gehalt an Endotoxinen. Die Untersuchungen erfolgten in Anlehnung an die VDI-Richtlinie 2066 mit 2 unterschiedlichen Probenahmesystemen (PGP-Sammelkopf, All-Glass-Impinger 30) im Roh- und Reingas um die Bestimmung der Rückhalteeffizienz zu ermöglichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Abscheideverhalten der biologischen Abluftreinigung in Bezug auf einzelne Mikroorganismengruppen unterschiedlich ist.

Die durchschnittlichen Konzentrationen an Bakterien, Schimmelpilzen und thermophilen Actinomyceten, die bei der biologischen Abluftreinigung gemessen werden, schwankten zwischen 102 und 104 KBE/m3 Luft vor dem Biowäscher, zwischen 102 und 103 KBE/m3 Luft nach dem Biowäscher und zwischen nicht nachweisbar und 104 KBE/m3 Luft nach dem Biofilter.

Je nach Sammelverfahren und Mikroorganismusgruppen wurden Zunahmen, aber auch Rückhalteeffizienzen bis zu 99 % ermittelt. Die Endotoxinkonzentrationen nahmen bis zu 96,5 % ab.

Die Abbildungen zeigen die unterschiedlichen prozentualen Verteilungen der Mikroorganismengruppen nach den Reinigungsstufen.

 

 

Nach der thermisch-regenerativen Abluftreinigung konnten im Reingas im Mittel keine mesophilen und keine thermotoleranten Schimmelpilze sowie keine aeroben Sporenbildner nachgewiesen werden. Aspergillus fumigatus wurde in keiner Reingas-Probe nachgewiesen. Die durchschnittliche Gesamtbakterienzahl betrug 1,5 x 102 KBE/m3 Luft und die Anzahl thermophiler Actinomyceten erreichte im Mittel bis zu 3,7 x 102 KBE/m3 Luft. Der Gehalt an Endotoxinen bewegte sich zwischen 0,51 und 19,24 EU/m3 Luft im Rohgas und zwischen 0,04 und 1,76 EU/m3 Luft im Reingas. Aufgrund der vorliegenden Untersuchungen sind sowohl die biologische Abluftreinigung mit Biowäscher und Biofilter als auch das thermisch-regenerative Abluftreinigungsverfahren geeignet, Bioaerosolemissionen aus biologischen Behandlungsanlagen zu vermindern bzw. erst gar nicht entstehen zu lassen. Wie hoch die Rückhalteeffizienz (Wirkungsgrad) des Verfahrens wirklich sein muss und auf welche mikrobiologischen Parameter sie sich beziehen soll, bedarf noch einer wissenschaftlich begründeten Festlegung. Die Konzentrationen unterliegen starken Schwankungen und somit auch die ermittelten Wirkungsgrade. Im Hinblick auf die Auswirkungen und mögliche Bewertungen besteht somit noch größerer Forschungsbedarf.

Die Projektergebnisse sind in Gefahrstoffe

- Reinhaltung der Luft 7/8 2003 S. 368-372 veröffentlicht

Evalution of waste air purification systems with regard to bioaerosol

Summary


In this study the reduction of bioaerosols in two different waste air purification systems was investigated. The measurements of germ emissions from the waste air source were carried out in a mechanical-biological waste treatment plant with thermal-regenerative waste air treatment and in a biowaste utilization plant with a combination of bioscrubber and biofilter to purify the waste air.
The results show that the biological waste air purification with bioscrubber and biofilter as well as the thermal-regenerative waste air purification system are useful for reducing emissions of bioaerosols from biological waste treatment plants or that no emissions arise. The concentrations of bioaerosols and inevitably the calculated reduction efficiencies are subject to considerable fluctuation. How high the reduction efficiency of the systems should be and which microbiological parameters are relevant for the measurement and the assessment of the reduction efficiency, requires further scientific investigations