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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Abwasser, Klärschlamm und Klärschlammasche

Ressourcenschonung und Kreislaufführung wichtiger Rohstoffe sind heute, insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Bevölkerungszahl, von größter Bedeutung. So verhält es sich auch bei dem lebenswichtigen Nährstoff Phosphor. Durch die Novellierung der Klärschlammverordnung 2017 ist es zukünftig vorgeschrieben, Phosphor aus Klärschlamm oder Klärschlammasche zurückzugewinnen. Die rechtlichen Vorgaben zur thermischen Entsorgung der Klärschlämme sind auch Folge eingeschränkter Ausbringungsmöglichkeiten der Klärschlämme in der Landwirtschaft in Folge von Nährstoffrestriktionen für landwirtschaftlicher Böden und der Schadstoffbelastung der Klärschlämme. Durch die Rückgewinnung des Phosphors kann dieser essentielle Pflanzennährstoff in die Landwirtschaft zurückgeführt werden.

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Phosphor-Rückgewinnungsverfahren entwickelt, wobei jedes Verfahren eigene Spezifika aufweist. In Kooperation mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) wurde eine Bachelorarbeit zum Thema - Phosphorrückgewinnung aus Abwasser und Klärschlamm – angefertigt. Die Arbeit soll eine Übersicht vermitteln und der Unterstützung der Entscheidungsträger bzw. Kläranlagenbetreiber bei der Auswahl eines P-Rückgewinnungsverfahrens für die eigene Anlage dienen.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Vergleich verschiedener P-Rückgewinnungsverfahren im Hinblick auf drei ausgewählte Hauptkriterien. Der Entwicklungsstand des Verfahrens, die Rückgewinnungsquote des Phosphors sowie die Pflanzenverfügbarkeit der Endprodukte wurden vertiefend im Vergleich betrachtet und zusammengefasst. Vor dem Hintergrund des Ressourcenschutzes und einer dauerhaften Kreislaufwirtschaft sind dabei eine hohe Phosphorrückgewinnungsrate und die Produktion eines schadstoff-armen und pflanzenverfügbaren Düngemittels wichtige Kriterien.