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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Ressourcenschutz in der hessischen Abfallwirtschaft - am Beispiel von Phosphor

Phosphor (P) ist eine limitierte Ressource, die v.a. in der Düngemittel- und Lebensmittelindustrie von besonderer Bedeutung ist. Die aktuellen Entwicklungen in der Politik, wie der geplante Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung oder der Entwurf einer Phosphor-Rückgewinnungsverordnung,  zeigen deutlich, dass die Bestrebungen zum Schutz bzw. zur Rückführung von Phosphor in den Nährstoffkreislauf verstärkt werden. Seit einigen Jahren wird bundesweit an einer Phosphor-Strategie gearbeitet, die sich u.a. mit den vorhandenen Phosphor-Potentialen und den Phosphor-Rückgewinnungsverfahren auseinandersetzt. In verschiedenen Stoffströmen ist zum Teil mit erheblichen Potentialen zu rechnen, die teilweise ungenutzt dem Kreislauf verloren gehen. Die Wertschöpfung und Rückgewinnung ist nicht nur mit neuen Herausforderungen, sondern auch mit der Chance auf Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von der Ressource Phosphor, verbunden.


In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) wurde eine Masterarbeit angefertigt, die das Ziel verfolgt, speziell für Hessen das vorhandene Phosphor-Potential in verschiedenen Stoffströmen wie tierische Nebenprodukte, Bioabfälle, Abwasser, Klärschlamm und Klärschlammasche zu untersuchen und den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Wertschöpfung bzw. Rückgewinnung von Phosphor aufzuzeigen. Für die Datenerhebung werden u.a. Befragungen von Betrieben, Kläranlagen und Klärschlammmonoverbrennungsanlagen durchgeführt.

 
Der zweite Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Beschreibung und Bewertung unterschiedlicher Phosphor-Rückgewinnungsverfahren, die aufgrund der derzeitigen Erfahrungswerte und des technischen Entwicklungsstands, ein hohes Potential zur Umsetzung in einer längerfristigen Phosphor-Strategie besitzen. Dabei werden die Verfahren anhand von fünf wesentlichen Bewertungskriterien wie Verfahrensstruktur, Phosphor-Rückgewinnungspotential, Produkteigenschaft, Wirtschaftlichkeit und ökologische Bewertung, untersucht und mithilfe eines Punktesystems bewertet. Die Ergebnisse sollen aufzeigen, welche Rückgewinnungsverfahren für welches Kriterium am besten geeignet ist. Abschließend erfolgt eine Zusammenstellung des derzeitigen Stands der Forschung bezüglich Rückgewinnungsmaßnahmen und  möglicher Förderinitiativen.


Die Masterarbeit soll als Hilfestellung für die politischen Entscheidungsträger dienen, die zur Erstellung einer Phosphor-Strategie für Hessen beitragen kann. Anhand der gewonnenen Ergebnisse können, je nach Anforderung und Schwerpunktsetzung, die entsprechenden Verfahren ausgewählt werden.