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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Ertragspotenzial des Bodens

MethodenbezeichnungErtragspotenzial des Bodens
Methoden-ID41
BearbeiterKlaus Friedrich & Thomas Vorderbrügge
EingangsdatenBasenhaushalt (42) 
potenzieller Grundwassereinfluss (43) 
nFK-DB PD klassifiziert (32)
KennwerteEPS (Stufe)
Stand25.9.2002, Version 2
QuellenAG Boden (1982): Bodenkundliche Kartieranleitung. 3. Auflage; Hannover.
AG Boden (1994): Bodenkundliche Kartieranleitung. 4. Auflage; Hannover.
HLUG (2003): Kennwerttabellen Boden 
HLUG (2002): Erfassungsstandard Boden
ErläuterungDie Eignung eines Standortes für die Produktion von Biomasse wird durch die Faktoren Boden, Klima und Relief bestimmt. Das standortspezifische Ertragspotenzial beschreibt die Eigenschaft des Bodens, welche - bei vertretbarem Aufwand in Hinblick auf Technik, Ökonomie und Ökologie - die Produktivität nachhaltig gewährleistet.
Eine Kenngröße, welche geeignet ist, die edaphischen Eigenschaften eines Standortes im Hinblick auf das Ertragspotenzial zu beschreiben und zu klassifizieren, unabhängig von der Form und Intensität der Bewirtschaftung, ist die "nutzbare Feldkapazität im Hauptwurzelraum (nFKdB)".
Der potenzielle Grundwassereinfluss eines Standortes, der die Produktivität beeinflussen kann, wird aus den digitalen Bodenflächendaten abgeleitet. Dabei werden grundnasse bis stark grundnasse sowie sehr stark bis äußerst grundnasse Standorte zu je einer Klasse zusammengefasst und auf der Karte gekennzeichnet.
Der Basenhaushalt hat für forstwirtschaftlich genutzte Kulturen eine besondere Bedeutung. Für Standorte, die aufgrund des Ausgangsgesteins der Bodenbildung durch einen ausgeglichenen Basenhaushalt gekennzeichnet sind, wird dies dargestellt.
Die Einstufung des Ertragspotenzials erfolgt nutzungsdifferenziert auf Basis der nFKdB sowie des potenziellen Grundwassereinflusses.

Je nach Ausgabezweck wird das Ergebnis als komplexe Karte mit überlagernden Teilthemen oder als einfache Klassifizierung dargestellt (siehe Karten und Legendenbeispiel unten).
Bemerkung  

Verfahrenssystematik:

 

1. Einstufung der nutzbaren Feldkapazität im Hauptwurzelraum (32)

Die Einstufung der nutzbaren Feldkapazität im Hauptwurzelraum erfolgt analog der Auswertung der nutzbaren Feldkapazität mit dem Unterschied, dass alle Horizonte bis zur Grenze der Einstufung des Hauptwurzelraumes in die Berechnung ggf. anteilig mit eingehen.

nFK im HauptdurchwurzelungsbereichBezeichnung der nFK-Stufe 
0 - 50sehr gering (1)
>50 - 90gering (2)
>90 - 140mittel (3)
>140 - 200hoch (4)
>200sehr hoch (5)

 

2. Einstufung des potenziellen Grundwassereinflusses (43)

GrundnässestufeGrundwassereinflussstufe
G0 - G20
G3 - G41
G5 - G62

 

3. Einstufung der Basenversorgung (42)

Carbonatgehalt im OberbodenBasenversorgungsstufe
C0 - C10
C2 - C61

4. Bildung der Grundstufen zum Ertragspotenzial

Das Ergebnis des Ertragspotenzials wird als 3-stellige integer-Zahl ausgegeben. Die erste Ziffer repräsentiert die nFKdB-Stufe, die zweite die Einstufung des Grundwassereinflusses, die dritte die Basenversorgung. Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:

nFKdB-Stufe(32)*100 + Grundwasser-Stufe(43)*10 + Basenversorgungs-Stufe(42)

Diese kombinierte Einstufung ermöglicht dem Nutzer ein erheblich breiteres Interpretationsspektrum des Themas gegenüber der unter 5. beschriebenen Klassifikation in 5 Stufen.

 

5. Einstufung des Ertragspotenzials von Böden (nach Bodennutzung)

nutzbare Feldkapazität
im Hauptwurzelraum
Bedeckung/
Nutzung
Ertragspotenzial
in Abhängigkeit des potenziellen Grundwassereinflusses
Grundwassereinflussstufe
012
sehr geringAcker (1)
Grünland (2)
Wald (3)
12
2-3
2
1
2
1
geringAcker
Grünland
Wald
2
2
2
2-3
3-4
2-3
1
2-3
2
mittelAcker
Grünland
Wald
3
3
3
3
3
3-4
2
2-3
2-3
hochAcker
Grünland
Wald
4
4
4
4-5
4-5
4-5
2
3
3
sehr hochAcker
Grünland
Wald
5
5
5
5
5
5
2
3
3

 

6. Einstufungstabelle Grundstufe - Stufe

Die Abgabe der Daten erfolgt in den unter 4. beschriebenen Grundstufen. In den Karten werden die 3 Bodeneigenschaften durch Farbe und Schraffuren getrennt dargestellt. Wenn eine Klassifikation der unter 4. beschriebenen Grundstufen hergestellt werden soll, kann die folgende Tabelle verwendet werden:

Grundstufe,
Ermittelt nach 4.
Bedeckung/
Nutzung
Stufe
10011,0
10021,0
10031,0
10111,0
10121,0
10131,0
11012,0
11022,5
11032,0
11112,0
11122,5
11132,0
12011,0
12022,0
12031,0
12111,0
12122,0
12131,0
20012,0
20022,0
20032,0
20112,0
20122,0
20132,0
21012,5
21023,5
21032,5
21112,5
21123,5
21132,5
22011,0
22022,5
22031,0
22111,0
22122,5
22131,0
30013,0
30023,0
30033,0
30113,0
30123,0
30133,0
31013,5
31024,0
31033,5
31113,5
31124,0
31133,5
32012,0
32022,5
32032,5
32112,0
32122,5
32132,5
40014,0
40024,0
40034,0
40114,0
40124,0
40134,0
41014,5
41024,5
41034,5
41114,5
41124,5
41134,5
42012,0
42023,0
42033,0
42112,0
42123,0
42133,0
50015,0
50025,0
50035,0
50115,0
50125,0
50135,0
51015,0
51025,0
51035,0
51115,0
51125,0
51135,0
52012,0
52023,0
52033,0
52112,0
52123,0
52133,0

Einstufung Bodenbedeckung/-nutzung

IDBodenbedeckung/-nutzung
1Acker
2Grünland
3Wald

Einstufung des Ertragspotenzials von Böden

KlasseErtragspotential des Bodens
1sehr gering
1,5sehr gering bis gering
2gering
2,5gering bis mittel
3mittel
3,5mittel bis hoch
4hoch
4,5hoch bis sehr hoch
5sehr hoch

Beispielausgabe im BodenViewer
mit einfacher Legende der Potenzialstufen:

 

Beispiel der differenzierten Kartenausgabe mit überlagernden Teilthemen:

 

Legende zur differenzierten Kartenausgabe: