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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Auf die Dichte kommt es an: Schweredaten

(von H. Wallner & W. R. Jacoby)

Bouguer-Schwereanomalien sind auf der Karte durch Isogammen (Linien gleicher Schwere) dargestellt. Die Zahlen an den Isolinien bezeichnen Milligal (mGal = 10-5 m/s²). Gal ist die Einheit für die Schwerebeschleunigung (1 Gal = 1 cm/s²). Grundlage sind über 900 Schweremeßwerte, die in geophysikalischen Geländepraktika und Diplomarbeiten der Universität Mainz in den Jahren 1992 bis 1998 aufgenommen wurden.


Schwerewerte müssen vor ihrer Interpretation auf ein einheitliches Bezugssystem umgerechnet werden. Dazu werden zeitliche und räumliche Faktoren (Gangkorrektur, geographische Breite usw.) auf einen Bezugspunkt reduziert (hier willkürlich: am Besucherparkplatz Südwestrand Grube Messel) und man erhält die sogenannte Bouguer-Anomalie. Negative Schwereanomalien zeigen ein Massendefizit an, positive einen Massenüberschuß, d.h. man kann auf die Dichteverteilung der Gesteine im Untergrund schließen. Allerdings ist das Schwerefeld ein Integralfeld: die Summe der Wirkungen aller Störkörper im Untergrund. Ohne weitergehende Informationen lassen sich keine eindeutigen Aussagen z.B. über die Gesteine machen.


Die relativ geringe Dichte des Messeler Ölschiefers von etwa 1,3 g/cm³ steht in deutlichem Kontrast zur Dichte des Umgebungsgesteins (2,4-3,2 g/cm³) und muß daher im Schwerefeld sichtbar sein. Tatsächlich verursacht das Vorkommen in der Grube Messel mit einem Minimum von -7 mGal die stärkste Anomalie.

Besonders markant ist die von Darmstadt nach Nordosten streichende gravimetrische Gradientzone. Sie fällt von Südosten nach Nordwesten um 15 mGal. Berechnungen deuten auf eine als "Messel-Störungszone" bezeichnete 1-2 km breite, tiefreichende Zone erniedrigter Dichte hin.