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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Land- und Forstwirtschaft

Der Klimawandel stellt für die hessische Land- und Forstwirtschaft ein ernstzunehmendes Problem dar. Schon heute zeigen die Pflanzen deutliche Verfrühungen in ihren Blüte- und Reifezeitpunkten.

Die zunehmende Erwärmung könnte zum Ende des Jahrhunderts dazu führen, dass das Kältebedürfnis einiger Obstsorten im Winter nicht mehr erfüllt wird und damit die Winterruhe nicht ausreichend ist. Die Spätfrostgefährdung im Frühling wird ungefähr gleich bleiben, da die Erwärmung im Frühjahr auch zu einer früheren Blüte führt. Eine weitere Folge des fortschreitenden Klimawandels ist die Zunahme von Schadinsekten wie z. B. dem Apfelwickler, dem Buchenprachtkäfer oder dem Borkenkäfer.

Ein in Zukunft erhöhter CO2-Gehalt der Luft wirkt als Dünger und kann möglicherweise zu einer erhöhten Produktivität führen. Andererseits wird sich der Ackerbau auf erhöhte Temperaturen, Trockenheit und verstärkte Bodenerosion durch Starkregen einstellen müssen.

Im Weinbau können zwar die Rotweine von der Erwärmung profitieren, aber besonders der Riesling könnte durch wärmere und trockenere Sommer seine charakteristische Frische verlieren.

Die Buchen, in hessischen Wäldern die am häufigsten vorkommende und standorttypische Baumart, kommen mit der hiesigen Klimaveränderung bisher noch relativ gut zurecht. Aufeinanderfolgende Jahre mit starkem sommerlichen Trockenstress können aber in Zukunft die Buchen stark belasten. Auch Fichten sind in Hessen einem zunehmenden Risiko durch die Erwärmung ausgesetzt, da warmtrockene Jahre die Vermehrung von Borkenkäfern begünstigen. Die forstliche Pflege zielt darauf, die Wälder bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.


Projekte, die das FZK zu diesem Themenbereich beauftragt hat.