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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Siedlungsräume

Städte und Gemeinden sind vom Klimawandel z. B. durch steigende Temperaturen und intensivere Starkregenereignisse betroffen. Dies führt zu wachsenden Anforderungen bei der Planung von Baumaßnahmen, um die Bevölkerung vor den zu erwartenden Belastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu bewahren. Die sommerliche Hitzebelastung hat seit den 1990er Jahren deutlich zugenommen und wird besonders in großen Städten durch zusätzliche Aufheizung bebauter Flächen noch verschärft. Grünflächen und im nahem Umfeld der Wohnviertel gelegene Parkanlagen gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung. Auch muss die Frischluftzufuhr in die Städte mehr denn je durch das Freihalten relevanter Flächen gewährleistet werden. Klimatisch wertvolle Gebiete müssen dafür geschützt und stark versiegelte Areale möglichst entsiegelt werden.

Jedoch wächst zugleich der Konkurrenzdruck um Flächen in städtischen Gebieten z. B. durch den zunehmenden Flächenbedarf für Wohnraum. Um die Inanspruchnahme von Freiflächen im Umfeld der Städte zu begrenzen, sollen vermehrt innerstädtische Flächen genutzt werden. Von der Stadt- und Umweltplanung werden Lösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung erwartet, die die unterschiedlichsten Interessen miteinander in Einklang bringen soll.

Um dies leisten zu können, müssen die Folgen des Klimawandels in den Städten abschätzbar sein: Welche Stadtviertel sind beispielsweise am stärksten von Hitze betroffen? Gibt es dort verschärfende Faktoren wie eine heute schon dichte Bebauung oder einen hohen Anteil älterer Bevölkerung, die besonders unter Hitze leidet? Und wie wird sich die Situation zukünftig entwickeln? Dies sind unerlässliche Informationen, um eine angemessene Berücksichtigung klimatischer Belange in der Stadtentwicklung gewährleisten zu können.

Auch Starkregenereignisse stellen Kommunen vor mannigfaltige Herausforderungen, z. B. was den Abfluss der sich in kurzer Zeit ansammelnden Wassermassen betrifft. Da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann – pro Grad Erwärmung ca. 7 % mehr! – wird erwartet, dass der Klimawandel zu einer Verstärkung dieser kurzzeitigen, intensiven Starkregenereignisse führt. Für nachhaltige Anpassungsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur ist zunächst eine Bestandsaufnahme der gefährdeten Gebiete und Objekte erforderlich, um daraufhin an die Gegebenheiten angepasste Lösungsansätze entwickeln zu können.

Die genannten Herausforderungen lassen sich am besten durch eine optimierte Zusammenarbeit aller Beteiligen und Verantwortlichen bewältigen. Es ist erforderlich, das breite vorhandene Wissen und Möglichkeiten zur Anpassung zu berücksichtigen und zeitnah umzusetzen.


Projekte, die das FZK zu diesem Themenbereich beauftragt hat.