Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

KLIMPRAX Starkregen

Sturzfluten in bebauten Gebieten entstehen meist durch konvektive – d.h. nur kurz andauernde, aber heftige Starkniederschläge – und werden durch die Landnutzung im Niederschlagsgebiet begünstigt. Die mit der Urbanisierung einhergehende Versieglung führt dazu, dass der Abfluss hier nicht versickern kann und oberflächig abfließt. Solche Sturzfluten kommen häufig unerwartet, sowohl den Zeitpunkt als auch die Heftigkeit betreffend.

Die Folgen davon sind überflutete Straßen und Unterführungen, vollgelaufene Keller und  Gefahren durch Auslaufen von Heizöl und Stromschläge / Kurzschlüsse. Auch die Infrastrukturen besonders sensibler Institutionen wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen können betroffen sein (auch indirekt durch Stromausfall). Schlimmstenfalls sind Personenschäden die Folge. So starben infolge der schweren Unwetter Ende Mai/Anfang Juni 2016 deutschlandweit mehr als 10 Menschen.

Die Hochwasserbetroffenheit größerer hessischer Fließgewässer ist durch amtlich festgesetzte Überschwemmungsgebiete erfasst – für die Gebiete mit signifikantem Hochwasserrisiko liegen Hochwassergefahrenkarten aus den Hochwasserrisikomanagementplänen vor. Dagegen besteht an kleineren Bachläufen oder abseits von Fließgewässern zumeist keine Erfassung der Gefährdung durch Oberflächenabfluss bei Starkregen. Kommunen in Tallagen sind dabei häufig besonders stark betroffen, nicht zuletzt durch Schlammlawinen und Erdrutsche. Insbesondere solche Städte und Gemeinden, die nicht an größeren Gewässern gelegen und damit in den Hochwasserrisikomanagementplänen erfasst sind, sind oft nicht auf massiven Oberflächenabfluss und daraus folgendes Hochwasser eingestellt. Im Rahmen der globalen Erwärmung wird zusätzlich damit gerechnet, dass Starkregenereignisse gerade in den Sommermonaten in Intensität und/oder Häufigkeit zunehmen.