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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Der Treibhauseffekt

Wenn die Erde keine Atmosphäre hätte, wäre es extrem kalt: Im Mittel über den ganzen Globus, Tag und Nacht, Sommer und Winter, läge die Temperatur bei -18 °C – tatsächlich sind es aber im Mittel +15 °C. Das liegt daran, dass die Atmosphäre wie eine wärmende Decke über der Erde liegt. Bestimmte Anteile der Luft – die sogenannten Treibhausgase – nehmen die von der Sonne kommende Strahlung (Licht) auf und erwärmen sich. Diese Wärme geben die Luftmoleküle in alle Richtungen gleichmäßig wieder an ihre Umgebung ab, ein Teil davon strahlt also auch in Richtung Erdoberfläche ab. In der Folge erwärmt sich der Erdboden wie auch die darüber liegende Luft. Dieser natürliche Treibhauseffekt verursacht den oben genannten Temperaturunterschied zwischen -18 °C und +15 °C.
 

Die Atmosphäre enthält von Natur aus viele Treibhausgase, vor allem Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid (CO2), aber auch Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die Menschheit emittiert aber seit inzwischen über 150 Jahren zunehmend zusätzliche Mengen dieser Treibhausgase in die Atmosphäre. Besonders die durch Industrie, Landwirtschaft und andere menschliche Aktivitäten verursachten Emissionen von CO2, Methan und Lachgas führen inzwischen zu einer messbaren Erhöhung der globalen Mitteltemperatur. Dieser anthropogene Treibhauseffekt sorgt dafür, dass die Temperatur sich im globalen Mittel der letzten 30 Jahren (1989-2018) im Vergleich zum Beginn des letzten Jahrhunderts (1880-1910) bereits um über 1 °C erhöht hat.

 

Ist 1 °C viel?

Das kommt darauf an! Von Tag zu Tag ist ein Temperaturunterschied von 1 °C nicht viel. Ein langfristiger Mittelwert von nur 4 °C kälter als heute würde aber bereits den Einsatz einer Eiszeit nach sich ziehen. Daher ist im langfristigen Mittel eine Erwärmung um 1 °C erheblich. Weltweit haben sich Natur und Mensch an das aktuelle Klima angepasst. Ändert sich das Klima, ändern sich Lebens- und Umweltbedingungen. Dies kann so schnell gehen, dass die Anpassungsfähigkeiten von Natur und menschlicher Gesellschaft überfordert sind. Schon bei einem weiteren Temperaturanstieg um nochmal 1 °C würden viele natürliche Systeme auf der Erde unumkehrbar aus ihrem Gleichgewicht gebracht.