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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Wetter, Witterung und Klima

Wetter beschreibt den Zustand der Atmosphäre – genauer der Troposphäre, also der untersten Schicht der Erdatmosphäre – an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Wetter ist also das jeweils gegenwärtige Geschehen „am Himmel“: Mal regnet es oder ist bewölkt, mal scheint die Sonne, manchmal ist es kalt, manchmal warm, mal stürmisch und dann wieder windstill.
Wetter kann von Tag zu Tag und von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein. Besonders einprägsam sind extreme Wetterereignisse, wie sehr heiße oder kalte Tage oder starke Niederschlagsereignisse.

Ein Beispiel: Stationsrekorde für Geisenheim (110 m üNN; Messdaten seit 1885)

Tiefste Temperatur-23,9 °C am 19.1.1940
Höchste Temperatur39,4 °C am 25.7.2019
Größter Tagesniederschlag75 mm am 6.7.1999
Maximale Schneedecke32 cm am 2.2.1940
Maximale Windspitze134 km/h am 30.3.1953


Nachzuschauen sind dieses Beispiel und weitere Daten in der Webanwendung Wetterextreme in Hessen.

Witterung beschreibt das Wetter über einen Zeitraum von wenigen Wochen bis Monaten, also z.B. einen besonders trockenen Sommer, einen milden Winter oder einen stürmischen Herbst.
Die beiden Graphiken zeigen beispielhaft die Niederschlagssummen im Sommer (Juni, Juli, August, links) und Winter (Dezember, Januar, Februar, rechts) an der Station Gießen seit 1950. Im Sommer fällt im langjährigen Mittelwert mehr als 150 mm (1 mm = 1 Liter pro qm), im Winter weniger als 150 mm. In einzelnen Jahren kann es aber auch deutlich trockener oder nasser sein.

 


Graphiken für Mittelwerte über ganz Hessen sind im Witterungsbericht Hessen zu finden.

Klima ist die Statistik über das Wetter. Um das Klima an einem Ort der Erde zu beschreiben, sind Messdaten über mindestens 30 Jahre nötig. Aus diesen 30 Jahren werden Mittelwerte (z.B. der Temperatur, des Niederschlages oder der Sonnenstunden im Jahr oder in einer Jahreszeit) berechnet und Schwankungsbreiten berücksichtigt. Es wird also nachgeschaut, wie gleichmäßig oder ungleichmäßig die Witterung über den Zeitraum war. Außerdem gehen in die Betrachtung des Klimas die für eine Region typischen Extremwerte ein.

Von Klimawandel spricht man daher, wenn sich die Mittelwerte, die Schwankungsbreiten oder die Extremwerte langfristig ändern. Um eine solche Änderung festzustellen und der Definition von Klima gerecht zu werden, vergleicht man üblicherweise zwei 30-jährige Perioden miteinander.

In der Erdgeschichte gab es mehrfach Klimaveränderungen, die durch natürliche Faktoren wie Schwankungen der Sonneneinstrahlung (Änderungen der Erdbahnparameter/Sonnenaktivität) oder Vulkanausbrüche ausgelöst wurden. Die rasanten klimatischen Änderungen, die seit Ende des 19. Jahrhunderts zu beobachten und durch Messdaten zu belegen sind, sind im Gegensatz dazu sehr eindeutig auf den anthropogenen – also menschgemachten – Einfluss zurückzuführen.