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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Niederschlag : Zeitliche Trends

In diesem Abschnitt wird auf die zeitliche Entwicklung des Niederschlags im Zeitraum 1951 bis 2010 eingegangen. Betrachtet wird das Hessen-Gebietsmittel, also der Mittelwert über ganz Hessen. (Eine Anmerkung zur Methodik: Die Gesamtheit der Messstationen ist über die sechs Jahrzehnte nicht konstant, da einzelne Stationen geschlossen wurden oder neue hinzugekommen sind. In den Mittelwert gehen immer alle für das jeweilige Jahr vorhandenen Stationen ein.)

Die Auswertung findet für das ganze Jahr sowie für die einzelnen Jahreszeiten statt. (Bei letzteren handelt es sich um die meteorologischen Jahreszeiten: Frühling = März, April, Mai; Sommer = Juni, Juli, August; Herbst = September, Oktober, November; Winter = Dezember, Januar, Februar). Beim Niederschlag werden außerdem die beiden hydrologischen Halbjahre betrachtet, die aus wasserwirtschaftlicher Sicht von Interesse sind (hydrologisches Winterhalbjahr = November bis April, hydrologisches Sommerhalbjahr = Mai bis Oktober).

In Abb. 7 ist der Jahresniederschlag dargestellt, der in den letzten 60 Jahren in Hessen gemessen wurde.

Die blauen Balken geben die Werte für die Einzeljahre wieder, die von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Der durchschnittliche Jahresniederschlag in Hessen beträgt in diesen 60 Jahren 786 mm. Die Niederschlagsmengen variieren sehr stark (von knapp 500 mm bis hin zu fast 1100 mm).

Die Betrachtung der zeitlichen Entwicklung kann grundsätzlich auf zweierlei Wegen erfolgen: entweder auf Basis des linearen Trends oder aber der Differenz der Niederschlagsniveaus in den beiden 30-Jahresspannen 1951–1980 und 1981–2010. Die gestrichelte rote Linie zeigt den linearen Trend über die sechs Dekaden an; er liegt bei +5 % (die Prozentangabe bezieht sich auf den mittleren Niederschlag im Gesamtzeitraum, der als 100 %-Wert definiert wird). Die Mittelwerte über die beiden 30-Jahreszeiträume 1951–1980 sowie 1981–2010 sind hier nicht eingezeichnet. Die resultierende Differenz zwischen den beiden 30-Jahresperioden wird oben rechts im gelben Rahmen angegeben; sie beträgt ebenfalls 5 %. Im Rahmen der Jahr-zu-Jahr-Schwankung ist ein Trend bzw. eine Differenz von 5 % als geringfügig anzusehen.

Analoge Trend-Abbildungen liegen auch für die (meteorologischen) Jahreszeiten und die beiden hydrologischen Halbjahre vor, die in Abb. 8a–f dargestellt werden (die sechs Einzelabbildungen sind außerdem in Abb. 8 zusammengestellt). Im Folgenden werden zunächst einzelne auffällige Jahre beschrieben; anschließend wird die Niederschlags-Entwicklung diskutiert.

Frühling

Bei den Frühlings-Niederschlagssummen fallen die beiden besonders trockenen Jahre 1976 und 1991 mit Werten unterhalb von 100 mm auf sowie das sehr nasse Jahr 1983 mit ungefähr 300 mm.

Sommer

Bei den Sommerniederschlägen war das Jahr 1956 mit fast 400 mm besonders nass.

Herbst

In der Herbst-Abbildung ragt die Niederschlagssäule 1998 mit über 400 mm stark aus den übrigen Werten heraus.

Winter

Bei der Winter-Abbildung sind besonders trockene Jahre 1963 und 1972 zu erkennen, in denen die Niederschlagssummen weit unter 100 mm lagen, sowie die relativ feuchten Jahre 1994 und 1995 mit Werten über 300 mm.

hydrologisches Sommerhalbjahr

Bei den hydrologischen Sommerhalbjahren sind die Jahre 1959, 1976 und 1991 die trockensten mit Werten von 200–250 mm.

hydrologisches Winterhalbjahr

Die hydrologischen Winterhalbjahre weisen in den Jahren 1954 und 1996 sehr niedrige Niederschlagssummen von etwa 200 mm auf.

Die Ergebnisse zur Niederschlags-Entwicklung, die in Abb. 7 und 8 eingetragen sind, sind in Tab. 2 zusammengefasst. Die linke Spalte enthält den linearen Trend, die rechte die Differenz der Niederschlagsniveaus in den beiden 30-Jahresspannen 1951–1980 und 1981–2010.

Tab. 2: Entwicklung des Niederschlags (Hessen-Gebietsmittel) [DWD, 2011]
NiederschlagLinearer Trend*
1951-2010
[%]
Vergleich (1981-2010)
gegenüber (1951-1980)
[%]
Jahr+ 5+ 5
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
+ 17
– 16
+ 12
+ 12
+ 12
– 10
+ 13
+ 12

hydrol. Winterhalbjahr

hydrol. Sommerhalbjahr

+ 11
   – 3

* alle Trends = nicht signifikant
(auf dem 95%-Niveau)

+ 9
+ 2

Der lineare Trend zeigt für den Sommer –16 % und für die übrigen drei Jahreszeiten +17 % (Frühling) bzw. +12 % (Herbst und Winter). Man sollte diese Trends aber keinesfalls überbewerten: Alle hier aufgeführten Niederschlagstrends sind wegen der sehr großen Variabilität des Niederschlags nicht signifikant (auf dem 95%-Niveau).

Die Ergebnisse in der rechten Spalte, also die Differenz der Niederschlagsniveaus zwischen den beiden 30-Jahresspannen, fallen sehr ähnlich wie beim linearen Trend aus. Die beiden möglichen Betrachtungsweisen führen also beim Niederschlag zu gleichen bzw. vergleichbaren Werten.