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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Temperatur: Zeitliche Trends

In diesem Abschnitt wird auf die zeitliche Entwicklung der Temperatur im Zeitraum 1951 bis 2010 eingegangen. Betrachtet wird das Hessen-Gebietsmittel, also der Mittelwert über ganz Hessen. (Eine Anmerkung zur Methodik: Die Gesamtheit der Messstationen ist über die sechs Jahrzehnte nicht konstant, da einzelne Stationen geschlossen wurden oder neue hinzugekommen sind. In den Mittelwert gehen immer alle für das jeweilige Jahr vorhandenen Stationen ein.)

Die Auswertung findet für das ganze Jahr sowie für die einzelnen Jahreszeiten statt. (Bei letzteren handelt es sich um die meteorologischen Jahreszeiten: Frühling = März, April, Mai; Sommer = Juni, Juli, August; Herbst = September, Oktober, November; Winter = Dezember, Januar, Februar).

In Abb. 3 ist die Jahresmitteltemperatur dargestellt, die in den letzten 60 Jahren in Hessen gemessen wurde.

Die blaue Kurve gibt die Werte für die Einzeljahre wieder, die stark von Jahr zu Jahr variieren. Die Betrachtung der zeitlichen Entwicklung kann grundsätzlich auf zweierlei Weise erfolgen: entweder anhand des linearen Trends oder anhand des Vergleichs der Temperaturniveaus in den beiden 30-Jahresspannen 1951–1980 und 1981–2010. Die gestrichelte rote Linie zeigt den linearen Trend über die sechs Dekaden an; er liegt bei +1,3 °C. Außerdem sind die Mittelwerte über die beiden 30-Jahreszeiträume 1951–1980 (gelb) sowie 1981–2010 (orange) eingezeichnet; die Differenz zwischen ihnen beträgt 0,6 °C.

Analoge Trend-Abbildungen gibt es auch für die (meteorologischen) Jahreszeiten, die in Abb. 4a–d dargestellt werden (die vier Jahreszeit-Abbildungen sind außerdem in Abb. 4 zusammengefasst). Einige Einzelwerte sind besonders augenfällig. Neben dem bekannten Hitzesommer 2003 ist dies besonders der Herbst 2006 oder der extrem kalte Winter im Jahr 1963. Im Folgenden wird auf die Entwicklung der Mitteltemperatur in den einzelnen Jahreszeiten eingegangen.

Frühjahr

Sommer

  • Die linearen Temperatur-Trendwerte für Frühling und Sommer liegen beide bei +1,6 °C und sind – ebenso wie der o.g. Trendwert für die Jahresmitteltemperatur – signifikant (bezogen auf das 99%-Niveau).
  • Die Temperaturdifferenz zwischen den beiden 30-Jahreszeiträumen beträgt für beide Jahreszeiten 0,9 °C.

Herbst

  • Der Trendwert für den Herbst beträgt nur +0,7 °C und ist nicht signifikant.
  • Die Temperaturdifferenz zwischen den beiden 30-Jahreszeiträumen liegt bei 0,4 °C.

Winter

  • Der Trendwert für den Winter liegt mit +1,5 °C zwar auch relativ hoch, ist jedoch nicht signifikant (auch nicht auf dem 95%-Niveau). Letzteres kann man recht deutlich in Abb. 4a-d erkennen: Die Signifikanz ist grundsätzlich durch das Verhältnis zwischen der Steigung einer Trendgeraden und der Variabilität definiert. Der Winter-Trendwert fällt zwar ähnlich hoch wie der von Frühling oder Sommer aus, aber gleichzeitig ist auch die Streuung zwischen den Jahren viel höher, denn die vertikale Achse umfasst beim Winter 11 °C, bei den übrigen drei Jahreszeiten jedoch nur 6 °C.
  • Die Differenz der Temperatur-Mittelwerte in den beiden 30-Jahreszeiträumen beträgt für den Winter 0,6 °C.

Die Ergebnisse der in Abb. 3 und 4 eingezeichneten Trendgeraden und Temperaturniveaus sind in Tab. 1 noch einmal zusammengestellt.

Tab. 1: Entwicklung der Mitteltemperatur (Hessen-Gebietsmittel) [DWD, 2011]
MitteltemperaturLinearer Trend
1951-2010
[°C]
Vergleich (1981-2010)
gegenüber (1951-1980)
[°C]
Jahr+ 1,3*+ 0,6

Frühling
Sommer

Herbst
Winter

+ 1,6 *

+ 1,6 *

+ 0,7

+ 1,5
* Trend = signifikant auf dem 99%-Niveau

+ 0,9

+ 0,9

+ 0,4

+ 0,6

Die beiden möglichen Betrachtungsweisen führen zu unterschiedlichen quantitativen Werten: Bei der Differenzmethode (Vergleich der zweiten 30-Jahresspanne gegenüber der ersten) resultieren niedrigere Werte für den Temperaturanstieg als beim linearen Trend. Hinweis: Beide Methoden stehen gleichberechtigt nebeneinander, d.h. je nach Informationsquelle kann eine Temperaturänderung entweder als Differenz zwischen 30-Jahreszeiträumen oder aber als linearer Trend angegeben sein; daher sollte man immer auf die Art der Angabe achten.