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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Thermopluviogramme

Ein Thermopluviogramm ist ein meteorologisches Diagramm, das in einer Koordinate die Temperatur und in der anderen den Niederschlag angibt; dabei können Temperatur und Niederschlag als absolute oder relative Werte angegeben sein. Im vorliegenden Kapitel wird immer die Differenz gegenüber dem Mittelwert der Referenzperiode 1961–1990 betrachtet (diese Zeitspanne wird auch als Klimanormalperiode bezeichnet). Der Darstellungstyp ist zwar recht komplex und möglicherweise für den meteorologischen Laien auf den ersten Blick verwirrend – er ermöglicht aber das rasche Erkennen von monatlichen oder jährlichen Abweichungen gegenüber vieljährigen Mittelwerten.

Alle hier gezeigten Thermopluviogramme stellen das Hessen-Gebietsmittel, also den Mittelwert über ganz Hessen dar. Betrachtet wird der fünfzigjährige Zeitraum von 1961 bis 2010. Die Auswertung findet für das ganze Jahr, für die einzelnen Jahreszeiten sowie für die zwölf Monate statt. (Bei den Jahreszeiten handelt es sich um die meteorologischen Jahreszeiten: Frühling = März, April, Mai; Sommer = Juni, Juli, August; Herbst = September, Oktober, November; Winter = Dezember, Januar, Februar).

Abb. 10 zeigt das Thermopluviogramm Hessen für die Jahresmittelwerte von Temperatur und Niederschlag. Vorab einige generelle Erläuterungen zu den Thermopluviogrammen:

Jeder Pfeil steht für die Werte eines Jahres. Jede der fünf Dekaden ist mit einer anderen Farbe gekennzeichnet.

ΔT ist die Abweichung der Mitteltemperatur gegenüber 1961–1990 in °C, ΔRR die Abweichung der Niederschlagsmenge in Prozent vom Mittelwert dieses Referenzzeitraums.

Der Mittelwert 1961–1990 liegt im Schnittpunkt der Achsen oder – anders ausgedrückt – die Summe aller 30 Pfeile im Zeitraum 1961–1990 (dunkelblaue, hellblaue und grüne Pfeile) ergibt null.

Wenn ein Pfeil in der rechten Hälfte des Diagramms liegt, bedeutet dies eine Temperaturzunahme; befindet er sich in der oberen Hälfte, bedeutet es eine Niederschlagszunahme, jeweils bezogen auf die Referenzperiode. Umgekehrt zeigt ein Pfeil in der linken Hälfte des Diagramms eine Temperaturabnahme, in der unteren Hälfte eine Niederschlagsabnahme gegenüber dem Referenzzeitraum an.

Der Reiz eines Thermopluviogramms besteht in der kombinierten Aussagemöglichkeit zu Temperatur und Niederschlag: Es lässt sich ablesen, ob ein Jahr kühler und nasser, wärmer und nasser, kühler und trockener oder wärmer und trockener ist als im langjährigen Mittel.

In Abb. 10 kann man sofort erkennen, dass die letzten zwei Dekaden (gelbe und rote Pfeile) deutlich wärmer ausgefallen sind: 9 Jahre der letzten bzw. 8 der vorletzten Dekade hatten eine höhere Mitteltemperatur im Vergleich zu 1961–1990, wobei die Temperaturdifferenz häufig 1–1,5 °C betrug.

Die Beschreibung der Thermopluviogramme für einzelne Jahreszeiten sowie für einzelne Monate erfolgt auf zwei weiteren Seiten.