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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Thermopluviogramme: Jahreszeiten

Die Thermopluviogramme für die vier meteorologischen Jahreszeiten werden in Abb. 11a-d dargestellt (alle Jahreszeit-Abbildungen sind außerdem in Abb. 11 zusammengestellt). Bei den Jahreszeiten handelt es sich um die meteorologischen Jahreszeiten: Frühling = März, April, Mai; Sommer = Juni, Juli, August; Herbst = September, Oktober, November; Winter = Dezember, Januar, Februar. Betrachtet werden die Abweichungen zum Referenzzeitraum 1961–1990, wobei der Referenzzeitraum in diesem Abschnitt der 30-jährige Mittelwert über die jeweilige Jahreszeit ist (und nicht über die vollständigen Jahre).

Frühling

  • In 9 Jahren der letzten Dekade bzw. 8 Jahren der vorletzten Dekade fiel der Frühling wärmer als im Referenzzeitraum 1961–1990 aus.
  • Die größte Temperaturdifferenz (ΔT) trat im Jahr 2007 auf (+2,9 °C).

Sommer

  • In allen 10 Jahren der letzten und 8 Jahren der vorletzten Dekade besaßen die Sommer eine höhere Mitteltemperatur als im Zeitraum 1961–1990.
  • Der sog. Hitzesommer 2003 fällt mit einem ΔT von +3,6 °C sofort ins Auge.
  • Früher waren die kühleren Sommer i. A. eher verregnet, wärmere Sommer waren meist auch recht trocken. Erst in den letzten 20 Jahren treten Sommer auf, die sowohl wärmer als auch feuchter sind als der Mittelwert über die Referenzperiode.

Herbst

  • In 6 Jahren der letzten Dekade war der Herbst verglichen mit dem Mittelwert von 1961–1990 wärmer (die 4 übrigen Jahre waren nur um 0,1–0,5 °C kühler). In der vorletzten Dekade gab es gleich viele wärmere und kältere Fälle.
  • Der Herbst 2006 fällt deutlich heraus mit einem ΔT von +3,3 °C.
  • Außerdem ist ein besonders nasser Herbst zu sehen: Im Jahr 1998 fiel mehr als doppelt so viel Niederschlag wie im Zeitraum 1961–1990.

Winter

  • Auch die Winter der jüngeren Vergangenheit waren wärmer als im Zeitraum 1961–1990 (6 Winter der letzten bzw. 7 Winter der vorletzten Dekade).
  • Der Winter 2007 (Dezember 2006 bis Februar 2007) zeigte mit +4 °C die größte Temperaturzunahme.
  • Einen extrem kalten Winter hat es im Jahr 1963 gegeben, der um 5,8 °C kälter war als der Mittelwert im Zeitraum 1961–1990.
  • Das Thermopluviogramm des Winters unterscheidet sich optisch von dem der übrigen Jahreszeiten dadurch, dass die Pfeile aufgrund höherer ΔT-Werte länger sind (die generell höhere Temperatur-Variabilität im Winter ist auch in Abb. 4d sichtbar).

Zusammenfassend lässt sich für alle Jahreszeiten festhalten:

  • Zwischen 1991 und 2010 fielen die Jahreszeiten in der Mehrzahl der Fälle wärmer aus als der entsprechende Mittelwert des Zeitraums 1961–1990.
  • Bei allen Jahreszeiten stammt das Jahr mit der größten Temperaturzunahme immer aus der Dekade 2001–2010.
  • Die drei "Wärmerekord-Jahreszeiten" Herbst 2006, Winter 2006/2007 und Frühling 2007 folgten direkt aufeinander. Dies stellt eine extrem ungewöhnliche Situation dar und kann als deutliches Indiz für den bereits eingetretenen Klimawandel angesehen werden.
  • Im Sommer traten in den letzten beiden Dekaden verstärkt vergleichsweise wärmere und gleichzeitig feuchtere Jahre auf. Schwüle Wetterbedingungen sind besonders gesundheitsbelastend.