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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Thermopluviogramme: Monate

Die Thermopluviogramme für die zwölf Kalendermonate werden in Abb.12a –l dargestellt (alle Monats-Abbildungen sind außerdem in Abb. 12 zusammengefasst). Betrachtet werden die Abweichungen zum Referenzzeitraum 1961–1990, wobei der Referenzzeitraum in diesem Abschnitt der Mittelwert aus den 30 jeweiligen Monaten des Referenzzeitraums ist (und nicht der Mittelwert über die vollständigen Jahre).

Januar

  • In 7 Jahren der letzten Dekade bzw. 8 Jahren der vorletzten Dekade fiel der Januar im Vergleich zu 1961–1990 wärmer aus.
  • Die größte positive Temperaturdifferenz (ΔT) trat im Jahr 2007 auf (+5,1 °C), die zweitgrößte im Jahr 1975 mit einem ΔT von +4,9 °C.
  • Der mit Abstand kälteste Januar ereignete sich im Jahr 1963 (ΔT von –7 °C).

Februar

  • In 7 Jahren der letzten bzw. 5 Jahren der vorletzten Dekade war der Februar wärmer als im Referenzzeitraum 1961–1990.
  • Die wärmsten Februarmonate liegen in unterschiedlichen Dekaden: Der wärmste Februar war der im Jahr 1990 mit einem ΔT von + 5°C, gefolgt vom Februar 2002 (ΔT von+ 4,6 °C) und Februar 1966 (ΔT von +4,5 °C).
  • Der Februar 1986 war besonders kalt (ΔT von –6,7 °C) sowie der Februar 1963 (ΔT von –6 °C).
  • Die beiden o.g. wärmsten Februarmonate 1990 und 2002 fielen gleichzeitig durch extrem hohe Niederschläge auf, die 230-270 % des Mittelwerts der Referenzperiode betrugen; auch der Februar 1970 war vergleichbar nass.

März

  • In 9 Jahren der letzten und 8 Jahren der vorletzten Dekade war die Mitteltemperatur im März verglichen mit 1961–1990 höher.
  • Die drei wärmsten Märzmonate traten in den 80er Jahren auf mit einem ΔT von über + 3 °C im Vergleich zum Referenzzeitraum.
  • Der März 1987 war besonders kalt (ΔT von –3,9 °C).
  • Ebenfalls in die 80er Jahre fiel ein besonders nasser März: 1988 lag die Niederschlagsmenge über 230 % des Mittelwerts im Referenzzeitraum.

April

  • In je 8 Jahren der letzten sowie auch der vorletzten Dekade lag die April-Mitteltemperatur über der des Referenzzeitraums 1961–1990.
  • In der letzten Dekade 2001–2010 sind einzelne Aprilmonate aufgetreten, die wesentlich wärmer waren als alle vorherigen. Besonders auffällig in dieser Hinsicht sind die Jahre 2007 bzw. 2009 mit einer Temperaturdifferenz im April von +4,4 °C bzw. + 4,6 °C. Das Phänomen der deutlich wärmeren Aprilmonate wird gelegentlich auch als "Aprilsommer" bezeichnet.
  • In 13 der letzten 20 Jahre zeigte sich beim April außerdem eine Tendenz zu größerer Trockenheit. Ein Rekordwert trat im April 2007 auf, in dem nur 2 % der Niederschlagsmenge des Referenzzeitraums fiel.

Mai

  • Wie auch beim April waren die Mai-Temperaturen in je 8 Jahren der letzten und der vorletzten Dekade höher als im Referenzzeitraum 1961–1990.
  • In den beiden letzten Dekaden waren 5 Maimonate besonders warm: ΔT-Werte von +2,5 °C bis +3 °C sind vorher noch nicht gemessen worden.
  • Die drei kältesten Maimonate (ΔT von –2,5 °C) fielen in unterschiedliche Dekaden (60er, 80er und 90er Jahre).
  • Im Mai 1984 fiel die zweieinhalbfache Niederschlagsmenge verglichen mit dem Referenzzeitraum.

Juni

  • In 8 Jahren der letzten bzw. 7 Jahren der vorletzten Dekade lagen die Juni-Temperaturen über denen im Referenzzeitraum 1961–1990.
  • Der Juni 2003 hatte die mit Abstand größte positive Temperaturdifferenz mit einem ΔT-Wert von +4,2 °C.
  • Der Juni zeigt in der jüngeren Vergangenheit die Tendenz zu steigender Trockenheit: In 17 Jahren der letzten beiden Dekaden lag die Niederschlagsmenge unter der des Referenzzeitraums.

Juli

  • In 8 Jahren der letzten bzw. 5 Jahren der vorletzten Dekade war der Juli verglichen mit dem Referenzzeitraum 1961–1990 wärmer.
  • Die Juli-Temperatur 2006 lag 5 °C über der des Referenzzeitraums; der zweitwärmste Juli trat in den 90er Jahren auf, der drittwärmste in den 80er Jahren.
  • Die Julimonate mit 200 % oder mehr des mittleren Niederschlags fielen in die 60er, 70er und 90er Jahre.
  • Erst in den letzten beiden Dekaden (und vorher nicht) gibt es Julimonate, die sowohl wärmer als auch feuchter als die Referenzperiode sind. Diese Entwicklung deutet auf eine Veränderung der früher typischen Witterungen hin: Während früher ein kühler Sommer i. A. sehr feucht und ein warmer Sommer sehr trocken war, finden sich in den letzten beiden Dekaden auch Sommer, die zwar relativ warm, gleichzeitig aber auch vergleichsweise nass waren.

August

  • In 6 Jahren der letzten und 9 Jahren der vorletzten Dekade war der August wärmer als im Referenz­zeitraum 1961–1990.
  • Der August 2003 fällt mit einer Temperaturdifferenz von +4,6 °C sofort ins Auge; er weist außerdem nur ein Drittel der Niederschlagsmenge des Referenzzeitraums auf. Der zweitwärmste August fiel in die 90er Jahre, der drittwärmste in die 70er Jahre.
  • Augustmonate mit etwa doppelter Niederschlagsmenge traten dreimal in den 60er Jahren auf. Aber auch der August 2010 war mit 210 % der Durchschnittsmenge besonders verregnet.
  • Erst in den letzten 20 Jahren treten Augustmonate auf, die sowohl wärmer als auch feuchter als der Mittelwert über die Referenzperiode sind (siehe auch Juli).

September

  • In 5 Jahren der letzten bzw. 4 Jahren der vorletzten Dekade fiel der September wärmer als im Referenzzeitraum 1961–1990 aus. Damit unterscheidet sich der September der letzten zwei Dekaden nicht sehr vom Referenzzeitraum.
  • In unterschiedlichen Dekaden kamen besonders hohe ΔT-Werte von ca. +3,5 °C vor: im September 2006, der gleichzeitig nur ein Drittel der Niederschlagsmenge des Referenzzeitraums aufwies, und im September der Jahre 1999 und 1961.
  • Auch die drei nassesten Septembermonate fallen in drei unterschiedliche Dekaden: in den Jahren 1984, 1998 und 2001 fiel im September 200-250 % der Niederschlagsmenge des Referenzzeitraums.

Oktober

  • Anders als in den übrigen Monaten zeigte der Oktober nur in der Minderzahl der letzten 20 Jahre ein wärmeres Temperatursignal im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961–1990: Nur in 4 Jahren der letzten und 3 Jahren der vorletzten Dekade war der Oktober wärmer.
  • Trotzdem traten die drei wärmsten Oktobermonate (ΔT von +2,8 °C bis +3,4 °C) in den beiden letzten Dekaden auf, nämlich in den Jahren 1995, 2001 und 2006.
  • Der Oktober 1974 fiel sehr kalt aus; er war 3,7 °C kälter als der Mittelwert 1961–1990. Dieser Monat war gleichzeitig mit 240 % des mittleren Niederschlags auch besonders nass.
  • Einen Niederschlagsrekord mit über 300 % der Menge im Referenzzeitraum gab es im Oktober 1998.

November

  • In 8 Jahren der letzten sowie 5 Jahren der vorletzten Dekade war der November wärmer als im Referenzzeitraum 1961–1990.
  • Die wärmsten Novembermonate mit einem ΔT von ca. +3,5 °C waren in den Jahren 1963, 1994, 2006 und 2009, also in unterschiedlichen Dekaden.
  • Besonders kalte November traten 1985 und 1993 auf (ΔT von etwa –3,5 °C).

Dezember

  • In 5 Jahren der letzten bzw. 7 Jahren der vorletzten Dekade besaß der Dezember eine höhere Mitteltemperatur als im Referenzzeitraum 1961–1990.
  • Der wärmste Dezember war der des Jahres 1974 (ΔT von +4,1 °C). Die vier nächstwärmeren Dezember (ΔT von etwa +3 °C) stammen aus vier verschiedenen Dekaden.
  • Der Dezember 1969 hatte mit einem ΔT von –5,1 °C die größte negative Temperaturdifferenz. Zwei weitere Dezember in den 60er Jahren waren auch sehr kalt (ΔT von – 4,2 °C); einen vergleichbar kalten Dezember gab es aber auch im Jahr 2010.
  • Besonders nass war der Dezember 1993 mit etwa der zweieinhalbfachen Niederschlagsmenge des Referenzzeitraums.

Zusammenfassend lässt sich für alle Monate festhalten:

  • Die Monats-Temperaturen fielen zwischen 1991 und 2010 überwiegend höher aus als der entsprechende Mittelwert 1961–1990; lediglich in den Herbstmonaten September und Oktober ist dies nicht der Fall.
  • Der Monat mit der größten Temperaturzunahme stammt häufig aus der Dekade 2001–2010 (besonders markant ist dies im April, im Juni sowie im August). Es gibt aber auch Fälle, in denen die Temperaturmaxima in 2001–2010 vergleichbar hoch waren wie schon in Dekaden davor (Beispiel September) oder sogar Fälle wie z. B. der März, in denen die Rekordtemperaturen nur in früheren Dekaden lagen.
  • In den 60er Jahren traten gehäuft Kälterekorde in den Wintermonaten auf; besonders bemerkenswert ist, dass die extrem kalten Monate Dezember 1962, Januar 1963 und Februar 1963 direkt aufeinander folgten. Dies führte zu dem besonders kalten Winter 1963 (siehe Abb. 11d und Abb. 4d).
  • Extrem nasse Monate kamen über alle Dekaden verteilt vor.
  • In den Sommermonaten Juli und August traten in den letzten beiden Dekaden verstärkt Jahre auf, die wärmer und gleichzeitig auch feuchter als die Referenzperiode ausfielen.