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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Internationale Ebene

Die internationale Staatengemeinschaft handelt Abkommen und Vereinbarungen zur Begrenzung der Erderwärmung aus, um sich der großen globalen Herausforderung durch den Klimawandel zu stellen. Die für den Klimaschutz bedeutendsten internationalen Abkommen sind die Klimarahmenkonvention, das Kyoto-Protokoll und das Pariser Abkommen.

Auf den jährlich stattfindenden Weltklimakonferenzen werden unter dem Dach der Klimarahmenkonvention ergänzende Beschlüsse gefasst oder Nachfolgeabkommen vorbereitet.

Klimarahmenkonvention

Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wurde die Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) verabschiedet.

Sie trat 1994 in Kraft, nachdem sie von mehr als 50 Staaten ratifiziert worden war (Status der Ratifizierung). Die Klimarahmenkonvention hat zum Ziel, eine Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen auf einem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird.

Die Verhandlungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention finden jährlich als „Conference of the Parties to the Convention“ (COP) statt. Auf den Konferenzen werden Entscheidungen und Resolutionen verabschiedet, von denen einige besondere Bedeutung erlangt haben (z. B. das Kyoto-Protokoll oder das Pariser Abkommen). Die Dokumentationen aller COPs sowie der seit Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls in 2005 abgehaltenen CMPs („Conference of the Parties serving as the Meeting of the Parties to the Kyoto Protocol“) sind über die Seiten der UNFCCC zu finden. Deutschsprachige Zusammenfassungen und Hintergrundpapiere stellt das BMUB zur Verfügung.


Kyoto-Protokoll

Im Kyoto-Protokoll von 1997 (deutsche Übersetzung) wurden für die industrialisierten Vertragsstaaten (Annex-B-Länder, benannt nach Annex B des Protokolls) verbindliche Reduktionsziele für den Ausstoß der sechs wichtigsten Treibhausgase formuliert („Kyoto-Gase“: Kohlendioxid CO2, Distickstoffoxid N2O, Methan CH4, teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe H-FKW bzw. HFC, perfluorierte Kohlenwasserstoffe FKW bzw. PFC, Schwefelhexafluorid SF6). Insgesamt sollte so in den Industrienationen – bei unterschiedlichen nationalen Beiträgen – für die erste Verpflichtungsperiode 2008 - 2012 eine Reduktion der Kyoto-Gase um mindestens 5 % gegenüber 1990 erreicht werden.

Damit das Kyoto-Protokoll völkerrechtlich in Kraft treten konnte, musste es durch mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, die zusammen für mindestens 55 % der 1990er CO2-Emissionen der Industrieländer verantwortlich sind. Nach der Ratifizierung durch Russland trat es im Februar 2005 in Kraft (Status der Ratifizierung).

Das Protokoll legte auch die sogenannten Kyoto-Mechanismen fest („flexible Mechanismen“), die den Vertragsstaaten neben dem Einsparen eigener Emissionen erlauben, einen Teil ihrer Emissionsreduktionen im Ausland zu erbringen:

  • Emissionshandel zwischen Industrieländern (Emissions Trading, ET)
  • Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM): gemeinsame Klimaschutzprojekte von Industrie- und Entwicklungsländern in einem Entwicklungsland
  • gemeinsame Umsetzung (Joint Implementation, JI): gemeinsame Klimaschutzprojekte von Industrieländern in einem Industrieland.


Vor dem Hintergrund der trotz der internationalen Anstrengungen weltweit gestiegenen Emissionen wurde in 2012 beschlossen, das Kyoto-Protokoll in einer zweiten Verpflichtungsperiode von 2013 - 2020 fortzusetzen. Die Annex-B-Länder verpflichteten sich für diesen Zeitraum zu einer Emissionsreduktion um insgesamt 18 % gegenüber 1990. Zusätzlich zu den bisherigen sechs Kyoto-Gasen wird in der zweiten Verpflichtungsperiode auch Stickstofftrifluorid NF3 mit Reduktionszielen belegt.


Pariser Abkommen

Im Dezember 2015 wurde das Pariser Abkommen (Paris Agreement) als Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll verabschiedet, am 4. November 2016 trat es in Kraft. Auch hier mussten vor Inkrafttreten mindestens 55 Staaten, die für mindestens 55 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, das Dokument ratifiziert haben (Status der Ratifizierung).

Ziel des Abkommens ist die Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Außerdem soll in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Treibhausgasneutralität erreicht werden.

Erstmals sind alle Staaten der Welt völkerrechtlich verpflichtet, hierzu nationale Klimaschutzziele (INDC = intended nationally determined contribution) zu definieren. Viele Staaten haben dies schon vor der Pariser Konferenz getan. Da die bisher zugesagten nationalen Beiträge nicht ausreichen, um die 2°-Grenze einzuhalten, wurde 2020 als Frist gesetzt, um diese zu aktualisieren. Die Länder sind auch aufgefordert, Maßnahmen zur Emissionsminderung zu formulieren und zu ergreifen. Zudem sind sie verpflichtet, ihre Beiträge alle fünf Jahre progressiv fortzuschreiben, d.h. die jeweils nachfolgenden müssen ambitionierter als die vorhergehenden sein.

Die größte Hürde in der Umsetzung wird sein, dass das Abkommen keine Instrumente vorsieht, die bei Nichterfüllung der Ziele greifen.



Deutschsprachige Hintergrundinformationen zur internationalen Klimapolitik stellen die Europäische Kommission, das BMUB und das UBA auf ihren Internetseiten bereit.