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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

FAQ - Lärmmessstationen

Die Messstationen der Länder und der Deutschen Bahn AG (DB) unterscheiden sich hinsichtlich der Messkonzeptionen und der Messtechnik.
Das führt zu leicht unterschiedlichen Daten und Ergebnissen.
Seit 2010 dokumentieren die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz die langfristige Entwicklung der Lärmimmissionen entlang der Bahnstrecke an repräsentativ ausgewählten Standorten. Damit ist gewährleistet, auch zukünftig stattfindende Änderungen der Lärmeinwirkungen zu erfassen.

Warum weichen die vom Land und der Bahn veröffentlichten Zugzahlen desselben Tages (24 Stunden) voneinander ab?

Abweichungen können sich durch die unterschiedlichen Verfahren zur Fahrzeugerkennung ergeben. Die Bahn nutzt Sensoren in beiden Gleisen, um eine Zugfahrt eindeutig zu erfassen und zuzuordnen. Da den Messstationen der Länder diese Technik nicht zur Verfügung steht, wird mittels Überschreitung akustischer Schwellen (ein Mindestpegel wird für eine Mindestdauer überschritten, Triggerschwelle) ein Zug „erkannt“. Eine Erkennung der individuellen Gleisbelegung und der Fahrtrichtung ist hierbei nicht möglich. Ebenso können Zugbegegnungen an den Messpunkten nicht erkannt werden.
Um die Erfassung von Störgeräuschen vermeiden zu können, haben die Länder die Triggerschwellen zur Kennzeichnung eines Zuges deutlich über dem ortsüblichen Hintergrundgeräusch definiert. Aufgrund dieser Systematik können „leise“ Personenzüge im Einzelfall nicht identifiziert werden.
Die Zugzahlen der Bahn können daher am Tag deutlich und in der Nacht geringfügig höher sein als die der Länder.

Welche Messstationen gibt es und wie unterscheiden sie sich hinsichtlich der Wahl des Ortes, der Messpunkte und des Messverfahrens. Welche Auswirkungen hat das auf die Messwerte?

Gemessen werden Immissionswerte in repräsentativ ausgewählten Ortslagen. Die Ergebnisse spiegeln die Belastung in der individuellen Ortslage wider. Dadurch ist die Übertragbarkeit auf andere Orte nur eingeschränkt möglich.
Die Messpunkte liegen innerhalb von Ortslagen dicht am Gleis. Somit können die Messwerte durch eventuell auftretende lokale Reflektionsbedingungen beeinflusst sein.

Hessen:
In Assmannshausen ist das Mikrofon in einer Höhe von ca. 2 m über der Schienenoberkante und in einem Abstand von ca. 7,5 m zur nächstgelegenen Gleismitte installiert. In Lorchhausen befindet sich das Mikrofon in einer Höhe von ca. 2 m über der Schienenoberkante und in einem Abstand von ca. 7,0 m zur nächsten Gleismitte.
Für die Berechnung der Mittelungspegel Tag / Nacht werden nur die Schallereignisse der einzelnen erkannten Zugfahrten (Vorbeifahrpegel) verwendet.

Rheinland-Pfalz:
Die Messstation befindet sich in Oberwesel 3,5 m über der Schienenoberkante und 4,70 m seitlich zur Streckenmitte.
Für die Berechnung der Mittelungspegel Tag / Nacht werden sämtliche Schallereignisse verwendet. Ereignisse über 100 dB(A) werden manuell abgehört und nur berücksichtigt, wenn sie eindeutig dem Schienenverkehr zuzuordnen sind.

Fazit:
Die Messwerte der Länder sind aufgrund der unterschiedlichen Randbedingungen (geringerer Abstand zum Gleis im Vergleich zu den Messungen der DB, eventuelle Reflektionen und unterschiedliche Erfassungsmethoden) in der Regel höher.

Welche Ergebnisse werden veröffentlicht?

Hessen:
Neben den Vorbeifahrpegeln der einzelnen Züge werden auch die Mittelungspegel, Maximalpegel und Zugzahlen für Tage, Nächte, Monate und Jahre veröffentlicht.

Rheinland-Pfalz:
Es werden der Gesamtpegel, der höchste durch eine Zugvorbeifahrt verursachte Maximalpegel sowie die Anzahl der Züge dargestellt. Bis einschließlich Juli 2013 wurden nur vereinzelte Tage im Monat ausgewertet, die jedoch hinsichtlich der Lärmsituation aussagekräftig für den gesamten Monatszeitraum sind. Da sich in den ersten drei Betriebsjahren die geringfügige Differenz (im Nachkommabereich) zwischen dem Gesamtpegel und dem Pegel, der aus den Zugvorbeifahrten berechnet wurde, bestätigte, wurde ab August 2013 auf eine Berechnung dieses Pegels verzichtet.

Sind weitere Messstationen außerhalb des oder im Mittelrheintal geplant?

Länder:
Neben den beiden seit 2010 bestehenden rechts- sowie linksrheinischen Messstationen planen beide Länder in 2015 den Ausbau des bestehenden Messnetzes. Hessen hat im April 2015 eine Messstation in Lorchhausen in Betrieb genommen.