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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Grenzwerte

Die Grundlage der Luftreinhaltung bildet in Deutschland das 1974 in Kraft getretene Bundes-Immissionsschutzgesetz, in dem es in § 1 heißt:

Zweck dieses Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen.

Die Beurteilung der Luftqualität richtet sich nach EU-weit definierten Grenz- und Zielwerten. Mit der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über Luftqualität und saubere Luft in Europa von 2008 wurden wesentliche Teile der bis dahin geltende Regelungen aus den Jahren 1996 bis 2004 zusammengefasst und - unter Einbeziehung der EU-Richtlinie über verschiedene Metalle und PAK in der Außenluft - durch die 39. BImSchV in nationales Recht umgesetzt.

Ziele der europäischen Luftreinhaltestrategie

Artikel 1 der Richtlinie 2008/50/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008 über Luftqualität und saubere Luft für Europa definiert die Ziele der europäischen Luftreinhaltestrategie wie folgt:

  • Definition und Festlegung von Luftqualitätszielen zur Vermeidung,Verhütung oder Verringerung schädlicher Auswirkungenauf die menschliche Gesundheit und die Umwelt insgesamt;
  • Beurteilung der Luftqualität in den Mitgliedstaaten anhand einheitlicher Methoden und Kriterien;
  • Gewinnung von Informationen über die Luftqualität als Beitrag zur Bekämpfung von Luftverschmutzungen und -belastungen und zur Überwachung der langfristigen Tendenzen und der Verbesserungen, die aufgrund einzelstaatlicher und gemeinschaftlicher Maßnahmen erzielt werden;
  • Gewährleistung des Zugangs der Öffentlichkeit zu solchen Informationen über die Luftqualität;
  • Erhaltung der Luftqualität dort, wo sie gut ist, und Verbesserung der Luftqualität, wo das nicht der Fall ist;
  • Förderung der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten bei der Verringerung der Luftverschmutzung.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Grenz-, Ziel- und Schwellenwerte sowie kritische Werte nach der 39. BImSchV (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen).

Grenz-, Ziel- und Schwellenwerte sowie kritische Werte nach der 39. BImSchV
KomponenteKenngrößeGrenzwertSchutzzielBemerkungen
SchwefeldioxidStundenmittel350 µg/m3 dürfen nicht öfter als 24-mal im Kalenderjahr überschritten werdenGesundheitGrenzwert
Tagesmittel125 µg/m3 dürfen nicht öfter als 3-mal im Kalenderjahr überschritten werdenGesundheitGrenzwert
Jahresmittel20 µg/m³Vegetationkritischer Wert,
emissionsfern 1)
Wintermittel20 µg/m³Vegetationkritischer Wert,
emissionsfern 1)
StickstoffdioxidStundenmittel200 µg/m3 dürfen nicht öfter als 18-mal im Kalenderjahr überschritten werdenGesundheitGrenzwert
Jahresmittel40 µg/m³GesundheitGrenzwert
StickstoffoxideJahresmittel30 µg/m³Vegetationkritischer Wert,
emissionsfern 1)
PM10Tagesmittel50 µg/m3 dürfen nicht öfter als 35-mal im Kalenderjahr überschritten werdenGesundheitGrenzwert
Jahresmittel40 µg/m³GesundheitGrenzwert
PM2,5Jahresmittel25 µg/m³GesundheitGrenzwert
BenzolJahresmittel5 µg/m³GesundheitGrenzwert
Kohlenmonoxidmax 8-h-Mittel10 mg/m³GesundheitGrenzwert
Ozon Stundenmittel180 µg/m³GesundheitInfo-Schwelle
Stundenmittel240 µg/m³GesundheitAlarmschwelle
max. 8-h-Mittel120 µg/m3 dürfen an höchstens 25 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden, gemittelt über 3 JahreGesundheitZielwert
AOT40 18 000 µg/(m3*h), gemittelt über 5 JahreVegetationZielwert
Blei 2)Jahresmittel0,5 µg/m³GesundheitGrenzwert
Arsen 2)Jahresmittel6 ng/m³GesundheitZielwert
Cadmium 2)Jahresmittel5 ng/m³GesundheitZielwert
Nickel2)Jahresmittel20 ng/m³GesundheitZielwert
Benzo(a)pyren3)Jahresmittel1 ng/m³GesundheitZielwert

Begriffserklärungen und Fußnoten:

Stickstoffoxide: NO + NO2 (als NO2)
PM10: Feinstaub (Particulate Matter), Durchmesser < 10 µm
PM2,5:Feinstaub (Particulate Matter), Durchmesser < 2,5 µm
max. 8-h-Mittel: höchster 8-Stunden-Mittelwert eines Tages aus stündlich gleitenden 8-Stunden-Mittelwerten
AOT40: accumulated exposure over a threshold of 40 ppb; Summe der Differenzen zwischen Stundenmittelen über 80 µg/m3 (40 ppb) und dem Wert 80 µg/m3 im Zeitraum 8–20 Uhr von Mai bis Juli
Wintermittel: Mittelwert im Zeitraum 01.10.-31.03.

1) Messung mehr als 20 km entfernt von Ballungsräumen oder 5 km von Bebauung, Industrie oder Bundesfernstraßen
2) als Gesamtgehalt in der PM10-Fraktion
3) als Marker für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Die Bedingungen für die Genehmigung von Anlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) werden durch die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) geregelt. 

Die TA Luft konkretisiert die im BImSchG festgelegten Anforderungen zum Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen und zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen bei der Errichtung, beim Betrieb und bei der Überwachung von Anlagen. 

Im Folgenden finden Sie die Immissionswerte nach TA Luft.

Immissionswerte für den Staubniederschlag und seine Inhaltsstoffe nach der TA Luft.
KomponenteMittelungszeitraumImmissionswertSchutzziel
StaubniederschlagJahresmittel0,35 g/m2×dSchutz vor erheblichen Belästigungen oder
erheblichen Nachteilen durch Staubniederschlag
ArsenJahresmittel4 µg/m2×dSchutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen
durch die Deposition luftverunreinigender Stoffe,
einschließlich der Schutz vor schädlichen
Bodenveränderungen
BleiJahresmittel100 µg/m2×d
CadmiumJahresmittel2 µg/m2×d
NickelJahresmittel15 µg/m2×d
ThalliumJahresmittel2 µg/m2×d
QuecksilberJahresmittel1 µg/m2×d