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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Der „Salamanderfresser“ kommt näher und bedroht auch hessische Feuersalamander

Der auch „Salamanderfresser“ genannt Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) kommt ursprünglich nur in Asien vor, für die dortigen Schwanzlurche (Cynops ssp.) ist eine Infektion nicht tödlich. Nach Europa gelangte der Pilz vermutlich durch den Import von infizierten Tieren aus Thailand, Vietnam und Japan für den Zoofachhandel. Entdeckt wurden erste infizierte Feuersalamander im Freiland in Europa im Jahr 2012 in Bunderbos den Niederlanden, hier sind inzwischen 99,9% der vorhandenen Tiere gestorben.

Im Jahr 2016 wurde der Chytridpilz erstmals auch in Deutschland in der Eifel nachgewiesen. Nun gibt es seit Sommer 2017 eine weitere Meldung aus dem 100 Kilometer entfernten Essen. Damit handelt es sich um eine sprunghafte Verbreitung oder auch um eine weitere noch nicht bekannte Freisetzung des Erregers aus der Tierhaltung. Dies zeigt, dass auch die hessischen Vorkommen unmittelbar gefährdet sein können.

Auffällige Funde melden

Um die Weiterverbreitung des tödlichen Hautpilzes zu dokumentieren, bitten Wissenschaftler darum, besonders auf tote Feuersalamander zu achten, die nicht überfahren wurden. Hier sollten, wenn möglich, fotografische Nahaufnahmen der Tiere gemacht werden, um ggf. Hinweise auf die Hautkrankheit zu erhalten und gezielt nachzusuchen. Das HLNUG bittet darum, entsprechende Hinweise über das Meldenetz der Uni Gießen zu melden.

Sicherheitsmaßnahmen um eine schnellere Verbreitung des Hautpilzes zu verhindern

Der Pilz wird unter anderem durch Wasser übertragen und verbreitet. Halter von Salamandern in Terrarien sind daher aufgefordert, keinesfalls Wasser, Pflanzen oder Tiere im nächsten Teich zu entsorgen. Da asiatische Salamander in der Regel gegen den Pilz immun sind, könnten sie infiziert sein, ohne an der Krankheit zu sterben, aber den Pilz auf die einheimischen Arten übertragen. Grundsätzlich sollten gekaufte Tiere, egal ob Molche, Frösche, Salamander oder andere Terrarientiere nicht im Freiland – also auch nicht im Gartenteich! – ausgesetzt werden.

Erfahren Sie mehr über den Feuersalamander und unser Meldenetz