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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie


+++Update vom 29.03.2019+++

Die an der A 45 bei Herborn gefundene tote Wölfin ist identisch mit dem Tier, welches bei Bottenhorn-Steinperf zwei Tage zuvor per Film und Genetik nachgewiesen wurde.

Die Wölfin  ist in der Wildtiergenetik in Gelnhausen bisher aus keiner anderen Probe bekannt, stammt also aus keinem der genetisch bekannten Rudel der deutschen Bundesländer. Sie gehört aber mit dem Haplotyp HW01 in die sogenannte zentraleuropäische Flachlandpopulation, die Westpolen einbezieht. Es handelt sich daher nicht um die bereits territoriale Wölfin aus Rheinland-Pfalz vom Truppenübungsplatz Daaden.

Eine weitere genetische Probe vom 21. Februar 2019, mit der ein Wolf bei Bad Hersfeld nachgewiesen wurde, steht noch zur Individualisierung aus. Es könnte sich sowohl um die überfahrene Wölfin von Herborn handeln oder um ein anderes Tier. Sobald weitere Ergebenisse vorliegen, erfahren Sie auf diesen Seiten mehr.

 

+++Meldung vom 01.03.2019+++

Das Hessische Umweltministerium teilt mit, dass die Autobahnpolizei am 28.02.2019 gegen 23 Uhr an der Autobahn A 45 in Fahrtrichtung Süden zwischen der Anschlussstelle Herborn Süd und dem Parkplatz Ebersbach einen toten Wolf entdeckt hat.

Das Tier wurde offenbar durch ein Kraftfahrzeug auf der Autobahn getötet. Der Tierkadaver wurde durch die örtlich zuständigen Dienststellen geborgen, sichergestellt und am 01.03.2019 an das Hessische Landeslabor abgegeben. Nach Inaugenscheinnahme durch die hessische Wolfsbeauftragte beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie handelt es sich um eine Wölfin mit einem Gewicht von 35 Kilogramm. Gewebeproben werden jetzt der zentralen Gendatenbank für Deutschland zur Verfügung gestellt, um den populationsbiologischen Hintergrund abzuklären. Der Tierkadaver wird voraussichtlich beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin weiter untersucht werden.

Hintergründe zum Unfallhergang oder zur Herkunft des Tieres sind nicht bekannt. Insbesondere ist nicht bekannt, ob es sich bei dem Tier eventuell um den Wolf handelt, der zwei Tage zuvor bei Bad Endbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf gefilmt worden war. Das Umweltministerium bittet Tierhalter weiterhin für einen funktionsfähigen Herdenschutz zu sorgen. Dennoch besteht keine besondere Gefahrensituation.

Weitere Informationen zum Thema Wolf in Hessen finden Sie hier