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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Hessische Lebensraum- und Biotopkartierung (HLBK)

Wo gibt es bunte Blumenwiesen, dynamische Bäche oder naturnahe Wälder in Hessen?

Jedes Jahr sind im Auftrag des HLNUG Gutachter*innen unterwegs auf der Suche nach schützenswerten Biotopen. Auf Grundlage von Luftbildern werden die Biotope auf einer Karte verzeichnet und darüber hinaus – nach hessenweit einheitlichen Vorgaben – wichtige Besonderheiten erfasst, wie etwa das Vorkommen bestimmter Pflanzenarten oder Gefährdungen für das Biotop.
Nach und nach bekommen wir so Daten für ganz Hessen, die uns helfen, eine Reihe wichtiger Fragen zu beantworten, wie beispielsweise:

  • Welche Bereiche sind besonders wertvoll und müssen geschützt werden?
  • Wo kann gezielte landwirtschaftliche Förderung bewirken, dass Grünland Nahrung für Insekten bietet?
  • Wie wirkt der Klimawandel sich auf die Natur vor Ort aus?

Auch 2021 sind die Gutachter*innen wieder unterwegs.
Mehr dazu hier

Die Ergebnisse der Kartierjahre 2014 – 2016 können bereits im Natureg-Viewer eingesehen werden.
Die Ergebnisse der Kartierjahre 2018 - 2020 werden im Moment technisch aufbereitet und demnächst im Natureg-Viewer zur Verfügung gestellt.

Die aktuelle Kartieranleitung inklusive Anhänge und Erfassungsbögen können Sie unter "Downloads" auf dieser Seite herunterladen.

Bereits bearbeitete Kartiergebiete

Die Karte gibt es auch zum Herunterladen.

Pilotphase der Hessischen Lebensraum- und Biotopkartierung (HLBK 2014-2016)

In den Jahren 2014 bis 2016 fand eine Pilotphase zur Hessischen Lebensraum- und Biotopkartierung (HLBK) zur Klärung methodischer, organisatorischer und fachlicher Fragestellungen rund um den neuen Durchgang einer Biotopkartierung in Hessen statt. Konzipiert und begonnen wurde der Probelauf noch während der Zuordnung des Sachbereichs Naturschutz zu Hessen-Forst (FENA), in 2016 fortgeführt von der Abteilung Naturschutz des HLNUG, insbesondere von den Dezernaten N1 Lebensräume und N3 Naturschutzdatenhaltung.

Was wurde wo kartiert?

Kartiert wurde in 71 über Hessen verteilten Kartiergebieten auf einer Fläche von rund 1.010 km² sowohl im Offenland als auch im Wald, innerhalb und außerhalb der Natura 2000-Gebietskulisse. Auf etwa der Hälfte der Untersuchungsfläche wurden alle Flächen, die einem Lebensraumtyp gemäß der europaweiten FFH-Richtlinie (LRT) zugeordnet werden konnten oder einem Biotoptyp der nationalen Naturschutzgesetzgebung entsprachen, vollständig erhoben. Auf der anderen Hälfte wurden nur Objekte bestimmter thematischer Bereiche (Module) erfasst. Für die Lebensraumtypen und gesetzlich geschützten Biotope bzw. den Verschnitt (Kartiereinheiten) wurden landesweit gültige textliche Beschreibungen, qualitative und quantitative Erfassungsuntergrenzen sowie grobe Bewertungsrahmen zum Erhaltungszustand der Flächen erstellt und im Laufe der Pilotphase verbessert.

Beauftragung von Modulen

Zwecks gezieltem Monitoring und auch der Nutzung von Biotopdaten Dritter (wie von Projektträgern) wurden Kartiereinheiten zu thematischen Modulen zusammengestellt, wobei Synergien und benötigtes Expertenwissen als Faktoren eingingen. Acht Module wurden gebildet:

M1 Fließgewässersystem (Quellen, Fließgewässer, Auwälder),
M2 Stillgewässer mit Verlandungsbereichen,
M3 Grünland und Magerrasen inkl. Streuobst und Alleen,
M4 Sandlebensräume,
M5 Wald, untergliedert in Buchenwald mittlerer Standorte und Sonderstandorten wie trockenwarme Wälder,
M6 Moore inkl. Moorwälder,
M7 Felsen und Blockschutthalden sowie
M8 Lehm- und Lösswände.
Diese Module wurden in der Pilotphase teilweise getrennt und nur für bestimmte Module beauftragt. Einsehbar sind sowohl die Grundlagen (Lage der Kartiergebiete, Methodik) als auch die Ergebnisse der HLBK-Pilotkartierung im Naturschutzflächenregister des Landes Hessen (Natureg-Viewer).

Weiteres zur Methodik

Für die Geländeerfassung stellte sich der Maßstab 1:5.000 für Offenlandobjekte und 1:10.000 für Wald- und Gewässerobjekte als geeignet heraus. Für kleinflächige Objekte, Überlagerungen und typischerweise eng verzahnte Bereiche wurden standardisierte Techniken entwickelt. Die Verortung der gesetzlich geschützten Biotope als Einzelobjekte ist der Regelfall. Bei Vorkommen zahlreicher gesetzlich geschützter Flächen innerhalb anderer Flächen (Bsp. Felsen in Buchenwald) ist zukünftig eine Erfassung als komplexe Kartiereinheiten zur Begrenzung des Aufwands vorgesehen. In der Pilotphase sind diese Bereiche mehrfach mit verschiedenen Lebensraumtypen belegt. Als Parameter für die Lebensraumerfassung wurden im Rahmen der Pilotphase das Arteninventar, die Habitatausstattung und die Beeinträchtigungen zu jedem Objekt konkret erhoben und bewertet. Eine Gesamtbewertung des Erhaltungszustandes im Sinne des Naturschutzes liegt für jede kartierte Fläche vor.

Ergebnisse

Insgesamt erwies sich die Pilotphase als Planungsgrundlage für den Routinebetrieb der HLBK, der im Jahr 2018 startete, sowohl in organisatorischer als auch in kalkulatorischer Hinsicht als äußerst wertvoll. Aber auch fachlich wurde deutlicher Nutzen aus den vergangenen Jahren gezogen, da neben Standards auch konkrete Ergebnisse zum Zustand der Lebensraumtypen und der gesetzlich geschützten Biotope und damit eine Grundlage für die Erhaltung der reichhaltigen Biodiversität in Hessen gewonnen werden konnten.