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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Kernkraftwerk-Fernüberwachung Hessen

Die Bundesländer überwachen mit Fernüberwachungssystemen die Abgabe radioaktiver Stoffe aus Kernkraftwerken. Ob und in welcher Weise Abgaben aus einem Kraftwerk sich auf Mensch und Umwelt auswirken, haben die Aufsichtsbehörden so immer im Blick.

Der Betrieb eines Kernkraftwerks unterliegt der staatlichen Aufsicht, so schreibt es das Atomgesetz in §19 vor. Diese Aufgabe führen die Aufsichtsbehörden der Bundesländer im Auftrag des Bundes durch. In Hessen ist das Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) für die Atomaufsicht zuständig.

Um sich jederzeit über die Außenwirksamkeit und den Anlagenzustand des Kernkraftwerks Biblis informieren zu können, wurde 1990 das hessische Kernkraftwerk-Fernüberwachungssystem (KFÜ) errichtet.  Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist zuständig für den Aufbau, den Betrieb und die Weiterentwicklung dieses Systems.

Messen und Berechnen

Das KFÜ-System Hessen erfüllt zwei Grundfunktionen. Zum einen erfasst es die vom Kernkraftwerk Biblis über den Kamin oder mit dem Kühl- und Abwasser abgegebenen radioaktiven Stoffe sowie die Strahlungswerte in der Umgebung der Anlage. Rund-um-die-Uhr werden die Messdaten im 10-Minuten-Takt in die KFÜ-Zentrale übertragen und dort geprüft und gespeichert. Sollten bestimmte Schwellen überschritten sein, wird automatisch ein Alarm ausgelöst.

Zum anderen erstellt das KFÜ-System Vorhersagen über die Ausbreitung radioaktiver Stoffe und berechnet mögliche Auswirkungen. Im Katastrophenfall ist das System ein wichtiges Werkzeug für die Einsatzleitung des Katastrophenschutzes. Es hilft die Situation einzuschätzen und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen, wenn dies notwendig wird.