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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Emissionsüberwachung

Kernkraftwerke sind im Rahmen der erteilten Genehmigungen dazu berechtigt, über Abluft, Kühlwasser und Abwasser radioaktive Stoffe in festgelegten Grenzen an die Umwelt abzugeben. Die Abgabe radioaktiver Stoffe wird vom Kraftwerksbetreiber und von der Kernkraftwerks-Fernüberwachung (KFÜ) überwacht.

Die im Kraftwerk erfassten Daten werden in einem zentralen Technikraum der KFÜ gesammelt und in Intervallen von 10 Minuten an den Server beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Darmstadt weitergegeben. Sollten Grenzwerte in der Anlage überschritten werden, wird die Belegschaft der KFÜ sofort alarmiert. Durch eine Rufbereitschaft ist sichergestellt, dass die Überwachung auch nachts und an Feiertagen lückenlos funktioniert.


Abluft

Die Abluft der Anlage wird in die Umwelt abgegeben. Durch besondere Probenahme-Einrichtungen wird ein repräsentativer Teil des Abluftstromes aus dem Kamin über Messeinrichtungen geleitet. Hier werden verschiedene Messsysteme eingesetzt zur Messung von

  • Edelgasen (z.B. Xenon, Krypton, Argon)
  • Jod (elementar als auch organisch), sowie
  • partikelgebundener Aerosolaktivität.

Die Gesamtabluftmenge wird ebenfalls erfasst.


Kühlwasser

Das Wasser zur Kühlung des Sekundärkreislaufs im Kraftwerk wird aus dem Rhein entnommen. Bei dem in den Rhein zurückgeleiteten Kühlwasser wird neben der Temperatur auch die Aktivitätskonzentration überwacht.


Abwasser

Alle Abwässer aus den Laboren und den Kontrollbereichen werden zunächst vor der Einleitung in den Rhein in Übergabebehältern gesammelt. Nur, wenn die Aktivitätskonzentration unter einem Schwellenwert liegt, ist eine Entleerung der Behälter möglich. Die Messgrößen „aktuelle Konzentration“ und „Abwasserdurchfluss“ werden vom KFÜ-System ständig erfasst.


Kraftwerksstation und KFÜ-Zentrale

Die Kraftwerksstation des KFÜ befindet sich in einem abgeschlossenen Raum auf dem Kraftwerksgelände, zu dem nur KFÜ-Mitarbeiter Zutritt haben. Alle Messsignale werden in der Kraftwerksstation zusammengeführt und von einem Prozessdatenerfassungssystem in Messdaten gewandelt.
Aus Gründen der Ausfallsicherheit erfassen zwei identisch ausgestattete Rechner die Daten. Sie überwachen gegenseitig ihre Funktionen und melden Störungen des Partners. Ein Rechner in der KFÜ-Zentrale beim HLNUG ruft im 10-Minutentakt die Daten von den Erfassungsrechnern in der Kraftwerksstation ab. Das System überprüft permanent die Messwerte und die eingesetzte Technik. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine entsprechende Alarmierung.