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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Immissionsüberwachung

Die Immissionsüberwachung des KFÜ verfolgt den Eintrag von natürlicher sowie von Menschen erzeugter Strahlung in die Umgebung.

Zur Bewertung der radiologischen Situation in der Umgebung des KKW Biblis sind um das Kernkraftwerk 16 ortsfeste Messstationen errichtet worden. Im Umkreis von ca. 3 bis 6 km befinden sich - bevorzugt in der Nähe von Ortschaften - zwölf Messstationen. Vier weitere Messsonden befinden sich auf dem Gelände des Kernkraftwerkes direkt am Kraftwerkszaun. Zusätzlich stehen die Messwerte von ca. 160 ortsfesten Messstationen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) im Umkreis von 100 km um das KKW Biblis zur Verfügung.

Der Abruf der Messwerte erfolgt alle 12 Stunden durch einen Zentralrechner. Darüber hinaus werden in den Messwertsendern fortlaufend Prüfungen durchgeführt, die sicherstellen, dass bei einem Anstieg der Messwerte oder bei Störungen des Systems Spontanmeldungen an den Zentralrechner abgesetzt werden. Fehler in der Datenübertragung oder ein Nachlassen der Akkuleistung in den selbständig arbeitenden Messstationen können ebenso schnell erkannt werden, wie Änderungen in den Messwerten.

Aktuelle Messwerte von den 16 Messstationen des KFÜ

Zur gemessenen Ortsdosisleistung tragen bei:

  • die in der Natur vorhandenen radioaktiven Stoffe, zum Beispiel Kalium-40 sowie die Radionuklide der Thorium- und Uran-Zerfallsreihen (terrestrische Strahlung)
  • das aus diesen Zerfallsreihen in die Atmosphäre freigesetzte Radon und seine Folgeprodukte,
  • die aus dem Kosmos stammende Höhenstrahlung,
  • die aus früheren Kernwaffentests und dem Unfall in Tschernobyl auf dem Boden abgelagerten radioaktiven Stoffe.


Letzteres trägt kaum noch zur Umgebungsstrahlung bei. Die naturbedingten Beiträge hängen im Wesentlichen von der Beschaffenheit des Untergrundes ab und variieren in Deutschland typischerweise zwischen 0,05 und 0,2 Mikrosievert pro Stunde. Durch den Betrieb des KKW Biblis konnte bisher noch kein Beitrag zur gemessenen Ortsdosisleistung festgestellt werden. Die Messwerte um das KKW Biblis schwanken vor allem durch Niederschläge sowie Luftdruck- und Temperaturänderungen zwischen 0,07 und 0,15 Mikrosievert pro Stunde.


Insbesondere bei starken Regenfällen können radioaktive Zerfallsprodukte des aus dem Boden in die Atmosphäre ausgetretenen Radons ausgewaschen werden und durch Ablagerung auf dem Boden zu einem Anstieg der gemessenen Ortsdosisleistung führen, wobei durchaus der doppelte Wert der normalen Untergrundstrahlung erreicht werden kann. Untenstehende Grafik zeigt ein Beispiel für diesen Effekt: