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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Prognoserechnungen

Im Falle eines Störfalls kann radioaktives Material freigesetzt werden. Aufgabe der KFÜ ist in diesem Fall, mit Hilfe von Computersimulationen schnell zu erkennen, in welchem Maße und in welche Richtung sich die Stoffe in die Umgebung verteilen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die aktuelle Wetterlage, der Zeitpunkt der Freisetzung und die Menge der freigesetzten Radioaktivität. Die KFÜ erstellt mit den Daten eine Prognoserechnung für die Kraftwerksumgebung.


Wetterlage

Für die Ausbreitungs- und Belastungsrechnung ist der Zustand der Atmosphäre, d.h. die Windverhältnisse und Wetterlage am Ort der Emissionsquelle und in deren Umgebung, von grundlegender Bedeutung. Aus diesem Grunde existieren zwei unabhängige Messsysteme zur Bestimmung der meteorologischen Parameter, die konventionelle Messung der Wetterparameter und die Messung mittels SODAR (Sonic Detection And Ranging).

Die konventionelle Messung umfasst:

  • Windrichtung und Windgeschwindigkeit in 15 m Höhe
  • Niederschlagsrate und
  • Bilanz der Sonneneinstrahlung am Boden.

Das SODAR-System dient zusätzlich zur Bestimmung der Windrichtung und Windgeschwindigkeit in Kaminhöhe. Das sogenannte Doppler-SODAR analysiert die Rückstreuung eines akustischen Signals (Doppler-Effekt), um auf den Zustand der Atmosphäre zu schließen.

Radiologische Prognose

Werden radioaktive Stoffe aus der Anlage in die Luft abgegeben, so bewirkt die davon ausgehende Strahlung eine Strahlendosis im Körper eines Menschen, der sich dort aufhält.

Die Dosis hängt hauptsächlich ab von der

  • Strahlungsart,
  • dem Weg der Einwirkung auf den Körper,
  • der abgegebenen Menge und
  • der Einwirkungsdauer bzw.  Aufenthaltszeit.

Diese Dosis kann mit Hilfe eines Rechenmodells und auf Basis der dem KFÜ-System bekannten  Emissions- und Wetterdaten abgeschätzt werden. Ein wichtiges Instrument im KFÜ-System ist darüber hinaus die Prognoserechnung.

Die äußere Strahlenexposition durch

  • Betastrahlung innerhalb einer radioaktiven Wolke (Betasubmersion)
  • Gammastrahlung innerhalb oder aus einer vorbeiziehenden radioaktiven Wolke (Gammasubmersion)
  • Gammastrahlung der am Boden abgelagerten radioaktiven Stoffe (Bodenstrahlung)

und die innere Strahlenexposition durch

  • Einatmen (Inhalation)
  • Nahrungsaufnahme (Ingestion)

werden als Ergebnis der Prognoserechnung in einer Karte dargestellt. So kann erkannt werden, wo mit einer Strahlenbelastung zu rechnen wäre.