Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel (PSM) bzw. ihre Wirkstoffe sind hochwirksame Chemikalien, die gezielt in die Umwelt eingebracht werden, um dort (Schad-)Organismen (wie z.B. Insekten, Pilze, Schnecken, Spinnmilben) oder Konkurrenzpflanzen zu bekämpfen.

Die PSM-Wirkstoffe können zum Teil über einen längeren Zeitraum in der Umwelt verbleiben. Je nach chemischer Struktur und vorliegenden Umweltbedingungen werden sie durch chemische Umwandlung und biologischen Abbau eliminiert oder durch Adsorption immobilisiert. Bei mobilen Stoffen, die nur langsam abgebaut werden, besteht bei unsachgemäßer Anwendung die Gefahr, dass diese Substanzen bis in das Grundwasser verlagert werden. Insbesondere die besonders toxischen Insektizide können in Gewässern zum Absterben von Fischnährtieren führen und in der Folge akute Fischsterben auslösen.

Die Anwender von PSM müssen sich bewusst sein, dass auch kleinste Mengen eines PSM-Wirkstoffes einen großen Schaden in Oberflächengewässern verursachen können.

Eines der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist, die Konzentration in den Gewässern soweit zu beschränken, dass diese schädlichen Wirkungen nicht eintreten können. Hierzu werden für Stoffe mit europaweiter Bedeutung Qualitätsnormen (Richtlinie 2013/39/EU) festgelegt, die durch die Mitgliedstaaten in das nationale Recht zu übernehmen sind. Sie sind in Deutschland in der Anlage 8 der Oberflächengewässerverordnung (OGewV 2016) geregelt. Für weitere Stoffe, die für die Gewässer einzelner EU-Mitgliedstaaten von Bedeutung sind, sind im nationalen Recht Qualitätsnormen festzulegen. Die Vorgehensweise hierfür ist ebenfalls durch die Wasserrahmenrichtlinie vorgegeben. Diese sogenannten Flussgebietsspezifischen Stoffe sind in Deutschland in Anlage 6 der OGewV geregelt.