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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Hinweis zur Novellierung der Düngeverordnung

Die in den gefährdeten Gebieten nach der novellierten Düngeverordnung (2020) neu umzusetzenden Regelungen werden zu Jahresbeginn 2021 in Kraft treten.  

Bis Ende des Jahres 2020 werden die gefährdeten Gebiete nach einer bundeseinheitlichen Methodik neu abgegrenzt und ausgewiesen. Hierzu wird derzeit eine Verwaltungsvorschrift des Bundes erarbeitet, die Regelungen zu einer verursachergerechten Binnendifferenzierung zum Ziel hat. Diese Verwaltungsvorschrift wird voraussichtlich ab Oktober 2020 vorliegen. Auf dieser Grundlage wird die hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) überarbeitet. Flächen, die nach den Vorgaben der Verwaltungsvorschrift dann nicht mehr als verursachende Flächen im Sinne der Düngeverordnung eingestuft werden, werden nicht als gefährdetes Gebiet ausgewiesen. Diese Neufestsetzung der gefährdeten Gebiete muss bis zum Jahresende 2020 abgeschlossen sein.

Hessen hat, wie andere Bundesländer auch, die Vorgaben der Düngeverordnung 2017 im Jahr 2019 mit der AVDüV 1 zu 1 umgesetzt und damit alle Flächen der Grundwasserkörper, die sich wegen Nitrat im schlechten chemischen Zustand befinden, als gefährdete Gebiete ausgewiesen. Bei der Erarbeitung der AVDüV war der Landesagrarausschuss eng eingebunden. Dies wird auch bei der Neufassung so sein.

"Gefährdete Gebiete" nach § 13 Absatz 2 Nr. 1 der Düngeverordnung 2017 wegen Nitrat

Um die diffusen Nährstoffeinträge aus landwirtschaftlich genutzten Flächen effizienter und gezielter reduzieren zu können, wurden die Bundesländer im Rahmen der Düngeverordnung (DüV 2017) aufgefordert, Gebiete auszuweisen, bei denen nachweislich Nitratbelastungen in den Grundwässern vorhanden sind. In diesen „gefährdeten Gebieten“ sollen höhere Anforderungen an die Düngepraxis dazu führen, dass die Stickstoffeinträge in das Grundwasser minimiert werden und der „gute chemische Zustand“ des Grundwassers erreicht wird.

Im August 2019 ist die hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV 2019) in Kraft getreten. Die Verordnung regelt die Vorgaben des § 13 der Düngeverordnung (DüV 2017) für Hessen.

Ausweisung von „gefährdeten Gebieten“

In Hessen wurden

  • Grundwasserkörper, die nach § 7 der Grundwasserverordnung wegen Nitrat im schlechten chemischen Zustand sind sowie
  • Wasserschutzgebiete, die nach Anlage 2 der Grundwasserverordnung den Schwellenwert für Nitrat überschreiten oder einen steigenden Trend nach § 10 der Grundwasserverordnung aufweisen,

als „gefährdete Gebiete“ charakterisiert und ausgewiesen.

In Grundwasserkörpern, die sich im guten chemischen Zustand hinsichtlich Nitrat befinden, gelten als „gefährdete Gebiete“ ausgewiesene Wasserschutzgebiete (WSG), in denen das geförderte Grundwasser

  • mindestens 37,5 mg/l Nitrat verbunden mit einem steigenden Trend und/oder
  • mehr als 50 mg/l Nitrat aufweist.

Um die Grundwasserkörpergrenzen auf Gemarkungsgrenzen zu übertragen, wurde folgendes Verfahren angewendet:

  • Gemarkungen, die von den Grundwasserkörpergrenzen geschnitten werden und bei denen mehr als 80 % des Flächenanteils innerhalb der Grundwasserkörper im schlechten chemischen Zustand wegen Nitrat liegen, wurden zu den „gefährdeten Gebieten“ hinzugezogen.
  • Gemarkungen, die mit einem Flächenanteil zwischen 20 % und 80 % in den roten Grundwasserkörpern liegen und zusätzlich ein Belastungspotential der landwirtschaftlich genutzten Flächen von > 2,5 (mittel bis hoch) aufweisen, wurden ebenfalls als „gefährdetes Gebiet“ eingestuft. Ist das Belastungspotential ≤ 2,5, wurden die relevanten Flächen nicht dem „gefährdeten Gebiet“ zugeordnet.

Ob Ihre Fläche von der AVDüV betroffen ist, können Sie in der GruSchu sehen.

Übersichtskarte Gefährdete Gebiete nach § 13 Absatz 2 der DüV

Informationsveranstaltung

Am 12. Dezember 2019 fand ein Informationsaustausch zwischen dem Hessischen Bauernverband (HBV) und dem HLNUG statt. Dazu hier die dort gezeigte Präsentation und die zugrundeliegenden Messwerte.

Weitere Informationen zum Thema "Nitrat im Grund- und Rohwasser" finden Sie hier.