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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Grund- und Rohwasserbeschaffenheit

Räumliche Darstellung und Auswertung von:

  • Messstellen - Stammdaten (Lage, Ausbau...)
  • Grundwasserdaten (Menge und Beschaffenheit)
  • Rohwasserdaten (Beschaffenheit)
  • Gewinnungsanlagen
  • Trinkwasser und Heilquellenschutzgebiete 

Das Land Hessen hat die Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit seit 1984 kontinuierlich ausgebaut. Die Datenbasis bezieht sich auf unterschiedliche Messnetze. Aus dem staatlichen Messnetz liegen seit 1984 Messwerte vor, während Analysen des Rohwassers (Grundwasser, welches zur Wasserversorgung gewonnen wird, vor der Aufbereitung zu Trinkwasser) erst ab 1991 zur Verfügung stehen. 

Das staatliche Grundmessnetz soll die natürliche (geogene) Grundwasserbeschaffenheit in den verschiedenen hydrogeologischen Einheiten von Hessen abbilden. Deshalb befindet sich der Großteil aller Grundwasserbeschaffenheitsmessstellen des Landes Hessen in nicht besiedelten Gebieten. Dies gewährleistet, dass der anthropogene (durch den Menschen) verursachte Einfluss auf die Grundwasserbeschaffenheit möglichst gering ist. 

Die natürliche Grundwasserbeschaffenheit variiert räumlich und zeitlich, da die natürlichen Grundwasserinhaltsstoffe von der Einstellung chemischer Gleichgewichte bestimmt sind, die von der Kontaktzeit zwischen der mobilen und stationären Phase im System Grundwasser/Feststoff des Grundwasserleiters beeinflusst sind. Da sich Poren-, Kluft- und Karstgrundwasserleiter nicht nur durch ihre mineralische Zusammensetzung und ihr geochemisches Inventar, sondern auch im Hinblick auf Fliesszeiten und Reaktionsoberflächen unterscheiden, ergeben sich unterschiedliche hydrochemische Grundwassertypen.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, welche Bedeutung einer Untergliederung des Grundwassers nach lithologischen und  geohydrologischen Gesichtspunkten zukommt. Die verschiedenen Grundwasserleiter können unterschiedlichen hydrogeologischen Einheiten zugeordnet werden. Diese stellen geologisch, morphologisch sowie möglichst auch geohydraulisch abgrenzbare Räume mit weitgehend einheitlichen und typischen Grundwasserverhältnissen dar.

Im Grundwasserraum selbst herrschen chemische Reaktionen und Austauschprozesse zwischen den mineralischen Inhaltsstoffen im Leitergestein und den Inhaltsstoffen im Grundwasser vor, die einen Gleichgewichtszustand anstreben und die Beschaffenheit des Grundwassers zusätzlich überprägen. 

Die meisten Inhaltsstoffe werden im Grundwasserraum in gelöster und z.T. auch in partikulärer Form transportiert. Diese Zustandsformen können auch über größere Entfernungen ohne messbare Änderung erhalten bleiben.  Die vertikale Durchlässigkeit ist i.allg. wesentlich geringer als die horizontale. Daher findet der Transport der von der Erdoberfläche her eingetragenen Stoffe vorwiegend im oberflächennahen Grundwasser statt. 

Entsprechend den sehr komplexen Bedingungen, die zu einer bestimmten Grundwasserbeschaffenheit führen, und dem hieraus resultierenden zeitlich und räumlich schwankenden Stoffinhalt können die Bandbreiten der Konzentration einzelner Parameter relativ groß sein. Das gilt auch für Grundwässer, deren Beschaffenheit anthropogen nicht beeinträchtigt ist.

Auch bei einer Typisierung des Grundwassers nach Art des Leitergesteins und anderen Einflussgrößen treten dennoch große Schwankungsbreiten einzelner Inhaltsstoffe auf. Es ist somit für bestimmte Parameter nur größenordnungsmäßig möglich, einheitliche Ober- und Untergrenzen für natürliche Stoffkonzentrationen anzugeben, bei deren Überschreitung von anthropogen beeinflusstem Grundwasser ausgegangen werden muss. Bestimmte Parameter wie z.B. Pflanzenschutzmittel, leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe oder hohe Nitratgehalte sind allerdings immer anthropogenen Ursprungs. Es ist daher notwendig, auch Einzelfallbetrachtungen anzustellen, bei denen zahlreiche weitere Faktoren einbezogen werden müssen.