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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Escherichia Coli in Hessischen Grund- und Rohwässern

Nach der Neufassung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) vom 28. November 2011 muss Wasser für den menschlichen Gebrauch frei sein von Krankheitserregern. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn in 100 ml Trinkwasser keine Escherichia Coli-Bakterien, coliformen Bakterien und keine Enterokokken nachgewiesen werden.


Escherichia coli (E. coli) ist ein Darmkeim, der in großen Mengen bei Warmblütern vorkommt und als sicherer Indikator für eine frische fäkale Kontamination gilt.


Die Übersichtskarte visualisiert die aktuellen Ergebnisse hinsichtlich der Untersuchungen der Grundwässer auf Escherichia Coli.


In knapp 92 % aller Grundwässer können keine Escherichia Coli-Bakterien nachgewiesen werden. Keimzahlen > 100 in 100 ml Grundwasser treten in weniger als 1 % der Grundwässer auf.

Coliforme Keime und Escherichia Coli werden fast ausschließlich in den Quellfassungen und  oberflächennah ausgebauten Brunnen in den Mittelgebirgsregionen von Hessen angetroffen. Werden diese Mikroorganismen nachgewiesen, ist eine entsprechende Aufbereitung bzw. Entkeimung notwendig. Dies kann z. B. durch Chlorung oder UV-Bestrahlung geschehen.
Rohwässer aus Brunnen bzw. Brunnengalerien (z. B. im Hessischen Ried), die in der Regel ihr Wasser aus großen Tiefen fördern, weisen keine Keimbelastung auf.

Als Vorsorgemaßnahme gegen eine Verunreinigung mit Keimen zählt die Ausweisung von Wasserschutzgebieten. Die Zone II dient speziell dem Schutz vor Verunreinigungen durch pathogene Mikroorganismen. In der Schutzzone II ist jeglicher Umgang mit menschlichen und tierischen Ausscheidungen verboten. Zone II (engere Schutzzone). Diese Zone wird in der Regel so abgegrenzt, dass die Fließzeit des Grundwassers vom äußersten Rand der Schutzzone bis zur Fassung mind. 50 Tage beträgt. In dieser Zeit können bakteriologische Verunreinigungen absterben.

Übersichtskarte Escherichia Coli in hessischen Grund- und Rohwässern