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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Nitrat im Grund- und Rohwasser

Die Nitratkonzentration im Grund- und Rohwasser sind nicht primär auf hydrogeologische Gegebenheiten zurückzuführen. Deswegen kann Nitrat als einer der wichtigsten Indikatoren für eine menschliche Beeinflussung des Grundwassers angesehen werden. Der größte Eintrag an Nitrat erfolgt im Zusammenhang mit der ackerbaulichen Nutzung. Das Nitrat stammt entweder aus der mikrobiellen Umwandlung organischer Substanz im Boden oder aus den Stickstoff-Düngergaben. Stickstoff kann außerdem durch Auswaschung mit Regen aus der Luft in den Boden eingetragen werden.

Gebiete mit leichten, sandigen Böden, oberflächennahem Grundwasser und intensiver Landwirtschaft weisen meist hohe Nitratgehalte im Grundwasser auf; in Hessen trifft dies insbesondere auf die Oberrhein- und die Untermainebene zu. 

Hohe Nitratwerte im Trinkwasser sind gesundheitsschädlich, daher sieht die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 50 mg/l Nitrat im Trinkwasser vor. Wird dieser Wert in einem Rohwasserbrunnen überschritten, muss der Betreiber der Wassergewinnungsanlage geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Konzentration im Trinkwasser unter diesem Wert zu halten. In der Regel werden hochbelastete Brunnen aufgegeben.

    EU-Nitratrichtline (91/676/EWG)

    Sauberes Wasser ist unerlässlich für die menschliche Gesundheit und für natürliche Ökosysteme. Aus diesem Grund zählt die Sicherung der Wasserqualität zu den wichtigsten Aspekten der Umweltpolitik der Europäischen Union (EU). Die Nitratrichtlinie ist eines der ersten Dokumente der EU-Umweltschutzgesetzgebung. Die Richtlinie 91/676/EWG zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen (EU-Nitratrichtlinie) sieht vor, Gewässerverunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen zu verringern und durch geeignete Maßnahmen bzw. Aktionsprogramme eine weitere Verunreinigung dieser Art vorzubeugen. Sie trat am 19. Dezember 1991 in Kraft.

    Deutschland wendet das Aktionsprogramm der EU-Nitratrichtlinie auf ihrem gesamten Staatsgebiet an, da das gesamte Bundesgebiet als nitratgefährdeter Raum ausgewiesen wurde.  

    Die Beschreibung des Grundwasserzustands basiert auf den Daten des EU-Nitratmessnetzes. Dieses Messnetz ist für die Nitratbelastung des überwiegend landwirtschaftlich beeinflussten Grundwassers repräsentativ. Dazu wurden in Hessen 35 Messstellen ausgewählt, in deren Einzugsgebiet die Nutzungseinflüsse von Acker, Grünland und Sonderkulturen auf das Grundwasser dominieren.

    Die EU-Nitratrichtlinie sieht vor, dass der EU-Kommission durch den Mitgliedstaat alle vier Jahre einen Bericht über die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie vorzulegen ist. Dieser Bericht beschreibt den Zustand und die Entwicklung der Gewässerbelastung für Grundwasser und Oberflächengewässer (Fließgewässer, Seen, Küsten- und Meeresgewässer) sowie die im Rahmen des Aktionsprogramms ergriffenen Maßnahmen zur Minderung der Verunreinigungen inklusive der guten fachlichen Praxis beim Düngen und zusätzlicher und verstärkter Maßnahmen. Im Juli 2020 wurde der aktuelle Nitratbericht 2020 veröffentlicht.

    Übersichtskarte Nitrat in hessischen Grund- und Rohwässern

    Die Karte stellt die Nitratgehalte auf Grundlage des landeseigenen Grundwassermessnetzes sowie des Rohwassermessnetzes dar. Die überwiegende Anzahl an Rohwassermessstellen, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden, liegen in Waldgebieten.
    Eine flächenhafte Darstellung der Nitratwerte in Hessen finden Sie unter Wasserrahmenrichtline (WRRL).