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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Grundwasserflurabstand im April 1957

Die Karte der Grundwasserflurabstände zeigt die Differenz zwischen Geländeoberfläche und Grundwasserspiegel des oberen Grundwasserleiters. Es sind die Standorte von Brunnen mit bedeutsamen Entnahmen eingetragen.
 

Im Frühjahr 1957 stand das Grundwasser in den meisten Gebieten des Hessischen Rieds am höchsten an seit Beginn der Beobachtung vieler Messstellen im Jahr 1950. Annähernd so hohe Grundwasserstände wie im April 1957 gab es bis Ende der 1950er Jahre häufig. Die Karte zeigt, dass es besonders in den tiefliegenden Arealen, den verlandeten Mäandern des frühholozänen Neckars („Altneckar“), den Altrheinarmen, an der Weschnitz und im Schwarzbachgebiet häufig Vernässungen und offene Wasserflächen gab. Größere Entnahmen von Grundwasser gab es in dieser Zeit nur an Standorten ganz im Norden und Süden und im Wasserwerk Eschollbrücken. Die Entnahmen für die landwirtschaftliche Beregnung waren noch nicht von Bedeutung. Die Flächennutzung und die Gebäude waren damals an die Grundwassersituation angepasst, weshalb keine besonderen Schäden durch zu hohes Grundwasser bekannt wurden. Zeitweise Vernässungen von Kellern gab es wahrscheinlich, aber das Wasser verschwand auch wieder in den offen gelassenen, nicht betonierten Böden, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.
 

Es ist zu erwähnen, das bis Ende der 1950er Jahre erhebliche Mengen Abwasser auf den Feldern von südlich Weiterstadt und nördlich von Griesheim verrieselt wurde. Der Grundwasserspiegel war dadurch im April 1957 um schätzungsweise 1 bis 1,5 Meter höher als in der weiteren Umgebung.
 

Die höchsten seit 1950 beobachteten Grundwasserstände können mit Hilfe der drei Karten April 1957, April 1988 und April 2001 bestimmt werden. Diese Karten können als Bemessungsgrundlage für Planungen herangezogen werden. Da die Karten auf Stichtagsmessungen beruhen, sind sie aber nicht direkt als Bemessungsgrundwasserstand für Bauwerksabdichtungen zu verwenden. Für die „Ermittlung des Bemessungsgrundwasserstandes für Bauwerksabdichtungen“ hat der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) e.V. das BWK Merkblatt 8 im Jahr 2009 herausgegeben. Das technische Regelwerk erläutert die konkreten Arbeitsschritte, die für die Ermittlung des Bemessungsgrundwasserstandes für Bauwerksabdichtungen erforderlich sind.

 

Für die Ansicht von Details, Vergrößerungen, Verkleinerungen sowie zum Ausdrucken steht die Karte im Adobe-Acrobat-Format (pdf) zur Verfügung: Download ca. 6 MB