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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Temperatur von Grund- und Quellenwasser

In den letzten Jahrzehnten hat die Temperatur von vielen Quellwässern zugenommen, was mit dem beobachteten Temperaturanstieg der bodennahen Luft übereinstimmt.

Die Grundwassertemperatur ist nahe der Oberfläche von der Umgebungs- und Lufttemperatur und der Sonneneinstrahlung beeinflusst, mit zunehmender Tiefe nimmt sie durch die Erdwärme zu. Das aus Brunnen geförderte Grundwasser hat eine Temperatur, die der mittleren Umgebungstemperatur des Grundwasserleiters entspricht.


Im Sommer dringt Sonnenwärme in den Boden und im Winter wird diese Wärmeenergie abgegeben, weshalb Temperaturschwankungen nahe der Oberfläche am größten sind und mit zunehmender Tiefe abnehmen. In etwa 20 m Tiefe ist ein Jahrestemperaturgang in der Regel nicht mehr festzustellen, die dort zu messende Temperatur entspricht der mittleren Jahrestemperatur. Die Wärmeenergie breitet sich zeitlich verzögert in die Tiefe aus mit einer Phasenverschiebung von etwa einem halben Jahr in 10 m Tiefe, so dass dort im Sommer niedrige und im Winter hohe Grundwassertemperaturen auftreten (Abb. 1).

 

Messung 1 m unter Grundwasserspiegel (siehe Grundwasserstand).

Unterhalb dieser Zone mit Temperaturschwankungen nimmt die Temperatur aufgrund der Eigenwärme der Erde zu, und zwar um durchschnittlich 3 °C pro 100 Meter Tiefe. Das ist ein mittlerer Temperaturgradient, der regional variieren kann.

Kapitel:

Anmerkung:


Die Temperaturen von Grundwasser der Thermalbrunnen und Heilquellen sind hier nicht enthalten. Diese werden in einer weiteren Studie behandelt, die in Vorbereitung ist.



Autor:

Wolf-Peter von Pape, HLUG 2008