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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Rohwasseruntersuchungsverordnung (RUV)

Übersichtskarte der Rohwassermessstellen

Zur Ergänzung des landeseigenen Messnetzes wird Rohwasser untersucht. Untersuchungspflichtig sind die Betreiber von Wassergewinnungsanlagen; untersucht wird bei allen genutzten Einzelgewinnungsanlagen. Mischproben aus mehreren Zuflüssen sind nur in gesonderten Fällen mit Zustimmung der zuständigen Behörde zulässig.

Gesetzliche Grundlagen

Verordnung über die Untersuchung des Rohwassers von Wasserversorgungsanlagen vom 19.05.1991 (RUV GVBl, I, S.200) und die Neufassung der Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Rohwasseruntersuchungsverordnung  (VV-RUV St.Anz. 48/995 S. 3833).

Datenfluss und Datenverarbeitung

Die Stammdaten werden von den Betreibern erhoben und von dort den Unteren Wasserbehörden zugesandt. Nach Überprüfung kommen sie ins HLNUG und werden dort in die Grund- und Rohwasserdatenbank eingegeben. Die Analysenergebnisse werden von den Laboren über die Betreiber oder auch direkt den Unteren Wasserbehörden als Papierausdruck zugesandt, werden dort auf Vollständigkeit und Plausibilität untersucht und dann ans HLNUG weitergeleitet. Dort werden sie in die Datenbank eingegeben.

In den letzten Jahren wurde verstärkt eine Digitalisierung des Datenflusses vorangetrieben. So bietet das HLNUG bereits seit längerem eine eigene Schnittstelle zur Datenübertragung der Rohwasserdaten an, seit drei Jahren gibt es auch noch die Möglichkeit, die Analysen über eine Teis 3 Schnittstelle  (IWW Wasser) zu übertragen. Dabei werden die Analysen direkt vom Labor in das entsprechende Format transferiert, und per E-Mail ans HLNUG weitergeleitet. Dort können die Daten dann sofort weiterverarbeitet und in die Grund- und Rohwasserdatenbank GruWaH eingelesen werden.

Die Aufgabe der Unteren Wasserbehörden laut RUV, die Untersuchung auf Plausibilität und Vollständigkeit zu gewährleisten, bleibt erhalten. Die Analysen kommen zunächst in eine sogenannte „Vorkammer“ der GruWaH, dort können die Unteren Wasserbehörden zugreifen und die Prüfungen durchführen. Wenn es keine Beanstandungen gibt, werden die Analysen freigegeben, und gelangen dann in die Hauptkammer der GruWaH. Dort sind sie auch für die interessierte Öffentlichkeit sichtbar, und können mit entsprechenden Werkzeugen wie der Internet-GruSchu abgefragt werden.

Im HNLUG werden die Daten ausgewertet und Berichte erstellt. Die aufbereiteten Daten werden auf Nachfrage Behörden, Betreibern, Ingenieurbüros u.a. zur Verfügung gestellt. Zur Zeit werden ca. 4300 RUV-Messstellen in Hessen betrieben. Davon sind ca 2630 Brunnen und 1670 Stollen, Quellen und Schürfungen.
Grundwasserbeschaffenheit