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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Hochwasservorhersage

Hochwasservorhersagen stellen einen elementaren Teil der Hochwasservorsorge dar. Sind die zu erwartenden Wasserstände eines Hochwasserereignisses frühzeitig bekannt, kann der Zeitraum bis zum Erreichen kritischer Wasserstände zur Schadensvorbeugung und Schadensminimierung genutzt werden.

Hochwasservorhersage in Hessen

Abgesehen von den Flüssen Rhein, Main und Neckar werden für alle größeren und mittleren Gewässer in Hessen seit Oktober 2010 Abfluss- und Wasserstandsvorhersagen im Internet bereitgestellt. Für die Einzugsgebiete kleinerer Gewässer wird eine landkreisbezogene Warnkarte veröffentlicht. Um das zu gewährleisten wurden in Hessen drei Wasserhaushaltsmodelle auf Basis des Modells LARSIM (Large Area Runoff Simulation Modell) aufgestellt: Das Lahnmodell, das Modell für Südhessen mit den Zuflüssen zu Rhein und Main und das Modell für den hessischen Wesergebietsanteil. Für die Modellerstellung wurden umfangreiche detaillierte Gebietsdaten (Gewässernetz, Höhenmodell, Landnutzung, Bodenart, usw.) aufbereitet. Die Landesfläche von Hessen (zzgl. der außerhessischen Anteile der Flussgebiete von Lahn, Eder und Diemel) wird in den Modellen durch rund 4500 Teilgebietsflächen abgebildet.

Voraussetzung für die operationelle Vorhersage mit LARSIM ist der Betrieb von Messnetzen zu hydrologischen und meteorologischen Kenngrößen sowie ein aktueller Zugriff auf die erfassten Daten per Datenfernübertragung. Aus dem hessischen Pegelmessnetz können die aktuellen Wasserstände abgerufen und über spezifische Schlüsselkurven in Abflüsse umgerechnet werden. Niederschlagsinformationen werden aus dem hessischen Ombrometermessnetz sowie dem Messnetz des Deutschen Wetterdienstes herangezogen. Weitere meteorologische Eingangsparameter (Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Sonnenscheindauer, Windgeschwindigkeit und Luftdruck) werden vom Deutschen Wetterdienst aus dessen synoptischem Messnetz bereitgestellt. Mit diesen Daten kann der Wasserhaushalt mit den unterschiedlichen Wasserflüssen für den vorangegangenen Zeitraum simuliert werden. Die für den Vorhersagezeitraum benötigten entsprechenden hydrometeorologischen Antriebsdaten stammen aus den nummerischen Wettervorhersagemodellen des Deutschen Wetterdienstes.

 

 

Die Ergebnisse der drei Wasserhaushaltsmodelle fließen in den Hochwasserwarn- und -meldedienst bei den Regierungspräsidien ein.

Hochwasservorhersage am Rhein
Die Hochwasservorhersage für den hessischen Rheinabschnitt wird im Rahmen einer Vereinbarung über den Datenaustausch bei Hochwasser durch das Hochwassermeldezentrum Mainz erstellt. Ausgehend von der Hochwasservorhersage für den Schweizer Rheinabschnitt bis zum Pegel Rheinfelden rechnet die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg den folgenden Rheinabschnitt und die Nebengewässer bis zum Pegel Maxau. Dabei werden der Einsatz und die Steuerung der Rückhaltemaßnahmen am Oberrhein berücksichtigt. Die Vorhersagen für den Pegel Maxau werden als Startwerte vom Meldezentrum Mainz übernommen, welches dann die Rheinvorhersagen bis zur deutsch-niederländischen Landesgrenze erstellt. Die Ergebnisse werden der für den hessischen Rhein zuständigen Meldestelle beim RP Darmstadt Abteilung Arbeitschutz und Umwelt Wiesbaden übermittelt und zudem über Internet und weitere Medien veröffentlicht.

Hochwasservorhersage am Main
Für den Main betreibt die Hochwasservorhersagezentrale Main in Hof (Bayern) ein Wasserstands- und Abflussvorhersagemodell. Die Modellergebnisse für die Mainpegel werden aktuell im Internet bereitgestellt. Für den hessischen Mainabschnitt führt das RP Darmstadt, Abteilung Arbeitschutz und Umwelt Wiesbaden den weiteren Warn- und Meldedienst aus.


Hochwasservorhersage am Neckar

Für das gesamte Neckargebiet betreibt die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg ein Wasserhaushaltsmodell. Die damit erstellten Vorhersagen werden auch für die für den hessischen Neckarabschnitt bedeutsamen Neckarpegel im Internet bereitgestellt und dienen zudem als Zuflusswelle für die Rheinvorhersage.