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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Pegel - Wasserstands- und Durchflusswerte

Pegel sind Einrichtungen zum Messen von Wasserständen und Durchflüssen an oberirdischen Gewässern. Die Messwerte werden auf der Seite WISKI-Web veröffentlicht und dienen als Anhaltspunkte für den Hochwasserwarndienst und für die Bewirtschaftung von Gewässern. Die Aufgaben und Arbeiten rund um die hessischen Pegel werden vom HLNUG und den Regierungspräsidien in Hessen wahrgenommen.

    Wasserstand und Durchfluss

    Der Wasserstand gibt das Niveau des Wasserspiegels eines Gewässers an und wird im Bezug zu einer festen Marke, dem Pegelnullpunkt, gemessen. Er wird meist in Zentimeter [cm] angegeben und kontinuierlich am Pegel gemessen. Unter dem Durchfluss eines Fließgewässers versteht man ein Wasservolumen, das einen bestimmten Querschnitt in einer definierten Zeiteinheit durchfließt und wird in Kubikmeter pro Sekunde [m³/s] oder Liter pro Sekunde [l/s] angegeben. (Hinweis: Oft wird in der Literatur als Synonym für den Durchfluss, die Bezeichnung Abfluss verwendet.) Er wird entweder kontinuierlich am Pegel gemessen oder aus dem Wasserstand berechnet. Hierfür stehen unterschiedliche Messverfahren zur Verfügung.

      Wozu werden Daten benötigt?

      Die gesicherte Kenntnis dieser hydrologischen Größen sowie deren zeitlicher Verlauf sind Grundlage für alle wasserwirtschaftlichen Planungen. Eine zeitnahe Aufbereitung und aussagekräftige Darstellung der Daten sind ein wesentliches Element, um den gesellschaftlichen Anforderungen an den gewässerkundlichen Dienst gerecht zu werden.

      Die Daten werden benötigt für:

      • die Bemessung wasserwirtschaftlicher Anlagen
      • die Bewirtschaftung der Gewässer (z.B. Talsperren)
      • dienen als Anhaltspunkte für den Hochwasserwarndienst
      • sind Eingangsdaten für Hochwasservorhersagesimulationen
      • sind Eingangsdaten für den Betrieb hydrologischer Modelle
      • bilden die Grundlage für langfristige Betrachtungen im Hinblick auf Veränderungen der hydrologischen und klimatologischen Situation

      Das Pegelmessnetz in Hessen

      In Hessen sind die Pegel flächendeckend im sogenannten Pegelmessnetz verteilt, so dass die größeren oberirdischen Fließgewässer in ihrem Abflussgeschehen abgebildet werden. Es umfasst derzeit folgende Messstellen:

      • ca. 120 Landespegel
      • ca. 40 Verbandspegel
      • ca. 20 Pegel der Wasserstraßen-  und Schifffahrtsverwaltung (WSV)

      Je nach Funktion werden die Pegel in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Davon abhängig sind die Ausrüstung der Pegel sowie die durchzuführenden Arbeiten. Nähere und weitere Informationen über das Pegelmessnetz finden Sie hier

       

      Was passiert mit den Daten?

      Die kontinuierlich vor Ort gemessenen Daten (Wasserstand, Durchflussdaten aus Ultraschallanlagen) werden am Pegel in einem Datensammler gesammelt. Die Daten werden dann per push-Betrieb oder über einen Datenabruf per elektronischer Datenfernübertragung in die Datenbank im HLNUG übermittelt und in dem Wasserwirtschaftlichen Informationssystem WISKI verarbeitet. Die daraus aktuell berechneten Durchflüsse werden als Rohdaten in ihrem zeitlichen Verlauf im Internet auf WISKI-Web, im hr-Videotext, im landesweiten Hochwasserportal und in Apps (z. B. in der App „Meine Pegel“) der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Daten gehen außerdem in das hessische Hochwasservorhersagemodell LARSIM und in das Wärmemodell Mittelrhein ein.


      In einer Datenbank werden die Rohdaten gespeichert und plausibilisiert. Dargestellt werden aggregierte Zeitreihen woraus Tageswerte, Monatswerte u.a. Haupzahlen erzeugt werden. Aus den z. T. jahrzehntelang gewonnenen Daten werden dann statistische Werte ermittelt, die als Eingangswerte für die Berechnungen der verschiedenen wasserbaulichen und wasserwirtschaftlichen Aufgabenstellungen dienen. Ausgewählte Daten werden im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch (DGJ) bereitgestellt oder werden für Gewässerkundliche Berichte verwendet. Die Daten gehen weiterhin  in verschiedene hydrologische Modellrechnungen ein, welche von den Nachbarländern und Bundesbehörden betrieben werden.

      Gewässerkundliche Berichte

      Die gewonnenen Durchflussdaten werden mit anderen gemessenen Größen, wie z. B. dem Niederschlag und dem Grundwasser, in gewässerkundlichen Berichten veröffentlicht. Zwei wichtige Berichte, welche vom HLNUG veröffentlicht werden, sind der Gewässerkundliche Jahresbericht und der Wasserwirtschaftliche Monatsbericht.

      Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht

      Im Wasserwirtschaftlichen Monatsbericht werden Angaben zur Witterung, zum Grundwasser, zu oberirdischen Gewässern und zu Talsperren in Hessen für den jeweiligen Berichtsmonat gemacht.

      Eine Auswahl der aktuell verfügbaren Monatsberichte finden Sie hier

      Gewässerkundlicher Jahresbericht

      Der Gewässerkundliche Jahresbericht beinhaltet eine Zusammenfassung über die Witterung (Lufttemperatur, Sonnenscheindauer, Niederschlag etc.) eines Jahres. Außerdem werden die Oberflächengewässer und das Grundwasser betrachtet. Themen in diesem Bericht sind u.a.: der Durchfluss an Fließgewässern, die aktuelle physikalische-chemische Beschaffentheit der hessischen Gewässer, Untersuchungen zu Flora und Fauna, die Grundwasserneubildung sowie Pflanzenschutzmittelwirkstoffe im Grundwasser.

      Eine Auswahl der aktuell verfügbaren Jahresberichte finden Sie hier