Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Auswertung der Wasserstands- und Durchflussdaten

Die fachliche Bearbeitung der Wasserstands- und Durchflussdaten erfolgt in drei Schritten. Im ersten Schritt werden die Rohdaten geprüft und plausibilisiert. Im zweiten Schritt erfolgt die Berechnung der Tagesmittelwerte und der gewässerkundlichen Hauptzahlen. Im letzten Schritt erfolgt die Erstellung einer gewässerkundlichen Jahrbuchseite (DGJ-Seite), welche alle wichtigen Größen eines Jahres beinhaltet.


Prüfung der Rohdaten

In der lückenhaften Datenreihe werden fehlende Daten ergänzt und offensichtlich falsche Daten werden korrigiert. Dazu werden redundante (mit einem weiteren Messgerät erfasste) Daten herangezogen.
Gibt es keine weitere Messreihe an dem betrachteten Pegel, werden Daten von Nachbarpegeln im gleichen Einzugsgebiet betrachtet und zur Auswertung herangezogen.


Statistische Auswertungen

Die geprüften Daten werden statistisch ausgewertet. Ermittelt werden die Gewässerkundlichen Hauptzahlen. Diese werden für verschieden Bemessungen verwendet. Die Gewässerkundlichen Hauptzahlen werden im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch (DGJ) veröffentlicht.

Berechnung

Zunächst werden die mittleren Werte des Tages (Tagesmittelwerte) errechnet. Aus den Tagesmittelwerten erfolgt die Berechnung von Monats- und Jahresmittelwerten für das jeweilige Abfluss- bzw. Kalenderjahr aus den Tagesmittelwerten. Aufaddiert und gemittelt ergeben sich entsprechende langjährige Mittelwerte. Neben diesen Mittelwerten werden auch die Extremwerte (Hoch- und Niedrigwasser) registriert, festgehalten und statistisch ausgewertet. Genaueres zur Berechnung statistischer Werte kann dem „Leitfaden zur Hydrometrie des Bundes und der Länder – Pegelhandbuch“ entnommen werden.

Gewässerkundliche Hauptzahlen

Gewässerkundliche Hauptzahlen werden verwendet, um das Wasserstands- und Abflussverhaltens eines Einzuggebietes zu beurteilen. Sie dienen zur Bemessung von Bauwerken am und im Gewässer (z.B. Brücken, Wehre oder Anlegestellen). Außerdem dienen sie als Grundlage zur Bemessung von Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Beurteilung und Bemessung von Wasserentnahmen und Einleitungen in das Gewässer (z.B. aus Kläranlagen).

Im Folgenden werden einige wichtige Gewässerkundliche Hauptzahlen beschrieben:

HauptzahlBeschreibung
NNQNiedrigster Niedrigwasserdurchfluss, niedrigster ermittelter Durchfluss.
MNQMittlerer Niedrigwasserdurchfluss = Mittel der jeweils niedrigsten Durchflüsse in einem bestimmten Zeitraum.
MQMittlerer Durchfluss / Mittel des Durchflusses in einem bestimmten Zeitraum.
MHQMittlerer Hochwasserdurchfluss in einem bestimmten Zeitraum.
HHQHöchster ermittelter Durchfluss.

Gewässerkundliche Hauptzahlen für den Wasserstand (W) werden analog zu den Durchflusszahlen benannt und berechnet.


Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch (DGJ)

Im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch werden Wasserstands- und Durchflussdaten von oberirdischen Gewässern in Tabellen dargestellt. Die Darstellung erfolgt nach den 10 Flussgebietseinheiten gem. §7 WHG. Für Hessen sind hierbei die Flussgebietseinheiten Rhein und die Weser relevant. Es werden DGJ-Seiten an Pegeln mit überörtlicher Bedeutung erstellt.

Die hessischen DGJ-Seiten ab dem Jahr 2000 sind im WISKI-Web unter den einzelnen Pegelstationen unter dem Reiter "DGJ" zu finden. Die Veröffentlichung von DGJ-Seiten vor 2000 erfolgte in 10 Teilbänden, welche bei den einzelnen zuständingen Landesbehörden zu finden sind. Für die hessischen Pegel sind die Teilgebiete "Rheingebiet Teil I bis III" und das "Weser- und Emsgebiet" von Bedeutung. Auf Anfrage sind die DGJ-Seiten auch beim HLNUG zu bekommen.

GebietLandesbhörde
Rheingebiet Teil I (RI, Hoch- und Oberrhein)Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg 
Rheingebiet Teil II (RII, Main gesamtes deutsches Einzugsgebiet des Mains)Bayerisches Landesamt für Umwelt
Rheingebiet Teil III (RIII, Mittel- und Niederrhein mit deutschem Issel- und MaasgebietLandesumweltamt Nordrhein-Westfalen
Weser- und Emsgebiet (WE)Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz