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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Luft

Im Blickpunkt: Frische Brise für unsere Städte

Während des Corona-Lockdowns sind die Emissionen zurückgegangen – jedoch nur als Einmaleffekt

Luftmessstation des HLNUG

© HLNUG

Weniger Verkehr auf den Straßen, Flugzeuge am Boden – durch die Corona-Krise hat sich die Luftqualität in den vergangenen Wochen verbessert und weniger klimaschädliche Treibhausgase wurden ausgestoßen. Verglichen mit der Zeit vor dem Corona-Lockdown ist der Straßenverkehr in Hessen im Mittel zwischenzeitlich um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Dadurch gab es auch weniger Schadstoffe: Im Mittel über alle verkehrsnahen Stationen sanken die Stickstoffdioxid-Werte um circa 35 Prozent. An manchen Stationen wurden noch nie so niedrigere Werte gemessen. Auch der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen ist seit Mitte März drastisch zurückgegangen: Normalerweise sind stark erhöhte Konzentrationen bei den so genannten ultrafeinen Partikeln (UFP) zu beobachten, wenn der Wind aus Richtung des Flughafens weht. Seit März aber liegt die UFP-Konzentration in Raunheim bei Wind aus Richtung Flughafen aktuell im Mittel etwa 40 Prozent niedriger als sonst bei gleichen Windbedingungen.

Weniger Autoverkehr bedeutet auch weniger Treibhausgasausstoß. Zahlen zum Ausstoß von Treibhausgasen basieren, anders als bei der Luftqualität, nicht auf Messungen, sondern auf Berechnungen. Relativ gut lassen sich derzeit die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf den Treibhausgasausstoß des Kfz-Verkehrs abschätzen, da hier die Daten zum Rückgang der Verkehrszahlen während des Lockdowns verfügbar sind: Bei Annahme einer hessenweiten Verkehrsreduktion während des Lockdowns von 40 Prozent und eine Dauer von sieben Wochen (23. März bis 10. Mai 2020) beläuft sich das eingesparte Treibhausgaspotenzial (Kohlendioxid, Methan und Lachgas) für den Kfz-Verkehr auf circa 742.000 Tonnen. Bezogen auf die Jahresemissionen des Kfz-Verkehrs in Hessen von circa 13.778.000 Tonnen entspricht dies einer einmaligen Einsparung von etwa fünf Prozent.

Auch wenn solche kurzzeitig reduzierten Luftschadstoffe und Treibhausgase keine nachhaltige Umweltwirkung entfalten werden, zeigen diese Zahlen aber das Potential einer dauerhaften Verkehrsreduzierung.

Weitere Informationen:

In der Pressemitteilung: www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/rueckgang-von-emissionen-ist-ein-einmaleffekt

In den FAQs "Saubere Luft durch Corona": www.hlnug.de/?id=16738