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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Wasser

Im Blickpunkt: „Mit Nitrat belastete und eutrophierte Gebiete“ werden neu ausgewiesen

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Gebietsabgrenzung am 10.11.2020 veröffentlicht

Messstelle

© C. Krieger/HLNUG

Mit den neuen Vorgaben der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Gebietsausweisung (AVV GeA) wurde in Hessen eine bundeseinheitlich festgelegte Vorgehensweise für die Abgrenzung der mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebiete umgesetzt. Neu ist, dass nach den Vorgaben der DüV 2020 die Bundesländer erstmals verpflichtet sind eutrophierte Gebiete auszuweisen.

Für die mit Nitrat belasteten Gebiete hat sich eine grundlegend neue Vorgehensweise zur Abgrenzung ergeben. Damit sind nicht mehr ausschließlich die Nitratbelastungen im Grundwasser für die Bewertung heranzuziehen, sondern auch die modellierten Emissionen aus der Landwirtschaft. So sollen die tatsächlich zur Nitratbelastung beitragenden landwirtschaftlichen Flächen verursachergerechter berücksichtigt werden. Das Ergebnis dieser bundeseinheitlichen Vorgehensweise wurde Ende Oktober 2020 fertig gestellt und in Form von Karten zur Verbändeanhörung bereitgestellt.

Aufgrund dieser neuen Methode haben sich die betroffenen Flächen der mit Nitrat belasteten Gebiete von 20 % auf etwa 5 % der Landesfläche reduziert. Die betroffene landwirtschaftliche Nutzfläche hat sich nahezu halbiert.  

Erstmalig werden auch sogenannte eutrophierte Gebiete („Phosphor-Gebiete“) ausgewiesen. Die Ausweisung der eutrophierten Gebiete (hydrologische Einzugsgebiete oder Teileinzugsgebiete von Oberflächenwasserkörpern) muss erfolgen, wenn in den Gewässern die Qualitätskriterien der Oberflächengewässerverordnung für Wasserpflanzen und Kieselalgen sowie ortho-Phosphat nicht eingehalten werden und gleichzeitig eine Eutrophierung durch signifikante Nährstoffeinträge aus landwirtschaftlichen Quellen nachgewiesen wurden.

Die hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung soll nach Beschlussfassung durch das Kabinett am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Die derzeitigen Ausarbeitungen zu den Gebieten stehen daher noch unter Vorbehalt.

Eine Überarbeitung der mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebiete soll zukünftig mindestens alle vier Jahre erfolgen. Damit wird sichergestellt, dass Veränderungen auf der Immissions- und auch der Emissionsebene in regelmäßigen Abständen Berücksichtigung finden. 

Das HLNUG hat auf seiner Internetseite Informationen zum Thema DüV zusammengestellt.

Weitere Informationen

Präsentation „Ausweisung eutrophierter Gebiete nach DüV und AVV GeA 2020“

Präsentation „Ausweisung der mit Nitrat belasteten Gebiete nach DüV und AVV GeA 2020“