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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Wasser

50 Jahre Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden

Hessen und Rheinland-Pfalz feiern ein halbes Jahrhundert gemeinsamer Gewässerüberwachung

Mit einem gemeinsamen Festakt haben das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz (MLWUF), das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU), das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU) und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) heute das 50-jährige Bestehen der Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden gefeiert. Seit einem halben Jahrhundert überwacht die Station die Wasserqualität des Rheins und liefert damit eine unverzichtbare Grundlage für den Gewässerschutz in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung würdigten Vertreter der beiden Länder die erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit. Bereits am Vormittag hatten Schülerinnen und Schüler des Schlossgymnasiums Mainz und der Geschwister-Scholl-Schule Frankfurt die Gelegenheit, die Messstation kennenzulernen und Einblicke in die moderne Gewässerüberwachung zu erhalten.

„Die Rheinwasser-Untersuchungsstation steht seit 50 Jahren für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Der Rhein verbindet unsere Länder – sein Schutz gelingt nur gemeinsam. Die kontinuierliche Überwachung liefert die wissenschaftliche Grundlage, um Gewässer nachhaltig zu schützen und Herausforderungen frühzeitig zu begegnen“, so Staatssekretär Michael Mätzig, MLWUF.

Staatssekretär Michael Ruhl, HMLU, sagt dazu: „Der Rhein ist Lebensader für Millionen Menschen. Die gemeinsame Messstation zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich und vertrauensvoll Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg funktionieren kann. Die hier gewonnenen Daten sind für alle Beteiligten unverzichtbar für einen modernen Gewässerschutz.“

Langzeitdaten als Grundlage für den Gewässerschutz

Seit ihrer Inbetriebnahme liefert die Rheinwasser-Untersuchungsstation kontinuierlich Messdaten zur Wasserqualität des Rheins. Die über Jahrzehnte aufgebaute Datenbasis dokumentiert die Entwicklung des Gewässers und ermöglicht es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und belastbare Datengrundlagen für wasserwirtschaftliche Entscheidungen bereitzustellen. Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident des HLNUG, erläutert: „Die Messstation verfügt heute über einen einzigartigen Datenschatz. Diese Langzeitdaten machen Erfolge des Gewässerschutzes sichtbar und helfen gleichzeitig dabei, neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und fachlich einzuordnen.“ Die Messergebnisse belegen unter anderem den deutlichen Rückgang zahlreicher Schwermetalle, Nährstoffe und industrieller Schadstoffe im Rhein. Gleichzeitig richtet sich der Blick zunehmend auf neue Herausforderungen wie PFAS, Arzneimittelrückstände und weitere Spurenstoffe sowie auf die Auswirkungen des Klimawandels, etwa steigende Wassertemperaturen und Niedrigwasserereignisse.

Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg

Die Rheinwasser-Untersuchungsstation ist seit ihrer Gründung ein gemeinsames Projekt von Hessen und Rheinland-Pfalz. Sie steht beispielhaft für eine enge fachliche Kooperation über Verwaltungsgrenzen hinweg und zeigt, dass Gewässerschutz dort besonders wirksam ist, wo Daten, Wissen und Verantwortung gemeinsam getragen werden. Dr. Dirk Grünhoff, Präsident des LfU lobt das gemeinsam Erreichte: „Seit fünf Jahrzehnten verbindet die Rheinwasser-Untersuchungsstation wissenschaftliche Expertise mit gelebter Zusammenarbeit. Sie liefert die Erkenntnisse, die wir brauchen, um den Rhein auch künftig wirksam zu schützen und auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Der Klimawandel ist nur eine von mehreren neuen Herausforderungen im Gewässerschutz, denen wir uns gemeinsam stellen müssen.“

Hintergrund

Die Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden nahm 1976 ihren Betrieb auf und gehörte damals zu den modernsten Flusswassermessstationen weltweit. Sie setzte neue Maßstäbe in der Gewässerüberwachung, indem sie die kontinuierliche Erfassung der Wasserqualität etablierte und damit eine deutlich umfassendere Bewertung ermöglichte als punktuelle Einzelproben. Der Rhein ist Lebensraum, Verkehrsweg, Wirtschaftsraum und Trinkwasserressource für Millionen Menschen. Seine Wasserqualität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Maßgeblich dazu beigetragen haben umfangreiche Gewässerschutzmaßnahmen sowie die kontinuierliche Überwachung durch Einrichtungen wie die Rheinwasser-Untersuchungsstation. Heutzutage werden an der Station kontinuierlich physikalische und chemische Parameter erfasst. Die gewonnenen Daten unterstützen unter anderem die Gewässerbewirtschaftung nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, den vorbeugenden Gewässerschutz, die Trinkwasserversorgung sowie die Bewertung neuer Stoffgruppen und der Folgen des Klimawandels.

Von 12 bis 15 Uhr öffnet die Rheinwasser-Untersuchungsstation heute ihre Türen für die Öffentlichkeit. Besucherinnen und Besucher können sich bei Führungen über die Aufgaben der Station und moderne Verfahren der Gewässerüberwachung informieren.