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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Klimawandel und Anpassung

Hessen stärkt Vorbereitung auf Extremwetter

Erstes Krisenforum Extremwetter des HLNUG bringt Verwaltungsstäbe aus Regierungspräsidien, Landkreisen und kreisfreien Städten zum Erfahrungsaustausch zusammen

Extremwetterereignisse wie Hitze und Dürre oder Starkregen werden mit fortschreitendem Klimawandel häufiger und können weitreichende Auswirkungen mit sich bringen. Wie müssen Behörden zusammenarbeiten, wenn Starkregen Straßen und Gebäude überflutet, Hitze die Infrastruktur belastet oder ein Extremwetterereignis mehrere Bereiche gleichzeitig betrifft? Mit diesen Fragen beschäftigen sich heute Vertreterinnen und Vertreter der hessischen Verwaltungsstäbe beim ersten Krisenforum Extremwetter des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) im Regierungspräsidium Gießen. Das Interesse an dem neuen Format ist groß: Alle drei hessischen Regierungspräsidien sowie Vertreterinnen und Vertreter von 17 Landkreisen und 4 kreisfreien Städten nehmen an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt des Forums stehen Erfahrungen aus der Krisenbewältigung, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen und die Frage, wie sich die Folgen von Extremwetter frühzeitig erkennen und bewältigen lassen.

„Die Vorbereitung auf Extremwetterereignisse ist eine Aufgabe, die eine gute Zusammenarbeit über Zuständigkeits- und Verwaltungsebenen hinweg erfordert. Mit dem Krisenforum Extremwetter schaffen wir eine Möglichkeit, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen, voneinander zu lernen und die Zusammenarbeit der Verwaltungsstäbe weiter zu stärken“, so Dr. Thomas Allinger, Abteilungsleiter der Abteilung Immissions- und Strahlenschutz, Klimawandel im HLNUG.

Fachleute vom HLNUG, HMdI, HMWVW und RP Gießen berichten

Das Programm verbindet Fachwissen mit Erfahrungen aus der praktischen Stabsarbeit. Zunächst berichtet das HLNUG von Erfahrungen und Erkenntnissen aus seinem Projekt KLIMPRAX Krisenvorbereitung. Anschließend stehen unter anderem die Gefahrenabwehr bei Extremwetterlagen und das Krisenmanagement von Kommunen bis hin zu kritischen Infrastrukturen (KRITIS) auf der Tagesordnung.

Mit dem Hitzeviewer, Starkregenviewer und Geologieviewer zeigt das HLNUG, welche Informationen bei der Vorbereitung auf Extremwetterlagen genutzt werden können. Das Regierungspräsidium Gießen gibt zudem Einblicke in die Entwicklung und Organisation seines eigenen Verwaltungsstabs.

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Gastgeber des ersten Krisenforums Extremwetter, erklärt: „In Krisenlagen kommt es nicht allein auf gute Konzepte an. Entscheidend ist, dass Abläufe eingeübt sind, dass Verantwortlichkeiten klar sind und dass die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteuren funktioniert. Genau dies wird in solchen Übungen realitätsnah trainiert. Davon profitieren nicht nur die Katastrophenschutzstäbe, sondern ebenso die Verwaltungsstäbe der Behörden.“

Krisenvorsorge als langfristige Aufgabe

Das Krisenforum Extremwetter soll künftig jährlich stattfinden. Damit möchte das HLNUG den regelmäßigen Austausch der hessischen Verwaltungsstäbe über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze weiter stärken.

Das neue Forum ergänzt die bisherigen Aktivitäten des HLNUG zur Vorbereitung auf Extremwetterereignisse. Seit 2022 führt das HLNUG gemeinsam mit den hessischen Regierungspräsidien und jeweils einem zugehörigen Landkreis Stabsrahmenübungen zu unterschiedlichen Extremwetterszenarien durch. Dabei werden Abläufe und Verantwortlichkeiten überprüft und mögliche Auswirkungen sowie Kaskadeneffekte von Extremwetterereignissen betrachtet.

Nach einer Übungsreihe zu Hitze und Dürre, die zwischen 2022 und 2024 durchgeführt wurde, steht derzeit das Szenario Starkregen im Mittelpunkt. Im vierten Quartal 2026 ist dazu eine weitere Stabsrahmenübung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Landkreis Bergstraße geplant. Danach folgt mit „Schnee und Sturm“ ein weiteres Extremwetterszenario.

Weitere Informationen

hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/projekte/klimprax-krisenvorbereitung