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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Dauer der Vegetationsperiode

Reaktionen der Pflanzen auf den Klimawandel

Die Phänologie beobachtet die regelmäßig wiederkehrenden Erscheinungen in der Pflanzen- und Tierwelt wie den Beginn der Apfelblüte oder den Vogelzug. Anhand des Beginns und der Dauer pflanzenphänologischer Phasen kann der Einfluss veränderter Umweltbedingungen auf die Vegetationsentwicklung verfolgt werden. Die Eintrittszeiten werden u.a. durch Witterung und Klima beeinflusst.
Für die Frühjahrsphasen, wie beispielsweise den Beginn der Blüte der Salweide, zeigt sich ein besonders enger Zusammenhang mit der Temperatur. Die Eintrittsphasen im Herbst werden hingegen von zahlreichen anderen Faktoren mitbestimmt, z. B.  durch Trockenheit oder auch Schädlingsbefall.
Die Dauer der Vegetationsperiode wird als Zeitspanne zwischen dem relativ frühen Blühbeginn der Salweide und der Blattverfärbung der Stieleiche als Anzeiger für den Spätherbst definiert. Durch die Auswahl des Blühbeginns der Salweide erfolgt eine Annäherung an die landwirtschaftliche Vegetationsperiode.
Die Verschiebungen der Phasen können Auswirkungen für den Obst- und Weinbau, die Landwirtschaft und den Wald sowie für Lebensgemeinschaften und Arten haben. Denkbar sind auch neue Konkurrenzen und Wechselwirkungen.

Definition und Berechnungsweg
Der Indikator beschreibt die Auswirkungen langfristiger klimatischer Veränderungen auf die Vegetationsentwicklung und gibt die jährliche Vegetationsperiode als Anzahl der Tage pro Jahr an.
Die Spanne der Vegetationsperiode wird dabei durch den Blühbeginn der Salweide bis zur Blattverfärbung der Stieleiche, als Anzeiger für den Spätherbst, definiert. Die Datengrundlage liefern Beobachtungen des DWD für hessische Stationen mit mindestens 7 Beobachtungswerten pro Dekade.
Die Berechnung der Dauer der Vegetationsperiode erfolgt durch die Differenz der Kalendertage zwischen Blattverfärbung der Stieleiche und Blühbeginn der Salweide. Die Dauer wird in Tagen pro Jahr angegeben. Desweiteren werden die Jahresmittelwerte als 30-jährige Mittel abgebildet. 

Hinweis zur Interpretation der Werte
1986 trat in Hessen seit Beginn der Aufzeichnungen die kürzeste Vegetationsperiode mit 180 Tagen auf und im Jahr 2002 die bisher längste Periode mit 230 Tagen mit einem Unterschied beim Blühbeginn der Salweide von mehr als 40 Tagen.
Die deutliche Verlängerung der Vegetationsperiode ist insbesondere durch den früheren Beginn bedingt, die Veränderungen am Ende der Vegetationszeit fallen deutlich geringer aus.