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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Ertragsschwankungen des Winterweizens

Auswirkungen der Witterung auf Getreide

Die Landwirtschaft ist stark witterungsabhängig. Die Dauer der Vegetationsperiode sowie Temperatur und Extremereignisse können Einfluss auf die landwirtschaftlichen Erträge haben.
Sowohl züchterische (Anbau von Sorten mit verbesserten Eigenschaften wie Krankheitsresistenz oder besserer Ertragsstabilität) als auch technische Parameter (Saat, Pflege, Ernte, Düngung, Pflanzenschutz) können positive Auswirkungen auf die Ertragshöhe haben.
Besondere Probleme entstehen für Landwirte durch unvorhersehbare Ereignisse oder zunehmende Witterungsschwankungen, die die Anpassung der Landwirte an das Klima erschweren. Die damit einhergehenden zunehmenden Schwankungen der Erträge erhöhen durch die erschwerte Kalkulation zusätzlich das Produktionsrisiko für Landwirte.
Für den Winterweizen stellen besonders die immer trockener werdenden Frühsommerzeiten Herausforderungen dar. In den letzten Jahren konnten die Erträge kaum mehr gesteigert werden. Kurz vor der Blüte im Mai reagiert der Weizen besonders empfindlich auf hohe Sonneneinstrahlung, die zu einer Sterilisation der Pollen führen und den Fruchtaustrieb verhindern kann; kurz vor der Reife im Juli hingegen ist der Weizen besonders empfindlich gegenüber Niederschlägen, da sie durch die Bildung kleinere Ährenaustriebe das Reifen der Hauptähre verhindern können.
Der Winterweizen stellt für Deutschland derzeit die wichtigste Getreideart dar und wird deshalb als Indikator herangezogen. In Hessen war der Winterweizen 2016 mit einem Anteil von circa einem Drittel die meist angebaute Feldfrucht auf Ackerland.

Definition und Berechnungsweg
Zwischenjährliche Ertragsschwankungen des Winterweizens werden über die Abweichung des jährlichen Ertrags [in dt/ha] vom durchschnittlichen Ertrag der jeweils vorangegangenen sechs Jahre dargestellt.

Hinweis zur Interpretation der Werte
In der Grafik ist die prozentuale Abweichung der Winterweizenerträge vom Mittel der sechs Vorjahre dargestellt.
Es ist zu beachten, dass Extremjahre den jeweiligen sechsjährigen Mittelwert stark beeinflussen und deshalb Vorsicht bei der Interpretation der besonders starken Ausschläge geboten ist. So gingen beispielsweise die trockenen und damit ertragsschwachen Sommer 2002 und 2003 stark in den sechsjährigen Mittelwert ein, sodass die Ertragszunahme im Jahr 2004 besonders hoch ausfiel.