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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Mortalitäten aller Baumarten

Vitalitätsrisiko für den Wald?

Der Klimawandel wirkt in vielfacher Weise auf die Prozesse und Abläufe in Waldökosystemen. Wälder besitzen ein großes Anpassungspotenzial an Veränderungen der Umweltbedingungen. Dennoch wirken sich klimatische Veränderungen, wie beispielsweise häufigere und stärkere Extremereignissen wie Stürme, langanhaltende Hitze- oder Trockenperioden oder Starkregenereignissen stark auf die Vitalität der Wälder aus. Sie können zu erhöhtem Blatt- und Nadelverlust führen und die Anfälligkeit für Insektenfraß oder Schaderreger wie Pilze erhöhen und letztlich zum Absterben führen. Ein Baum gilt als abgestorben, wenn er keine lebenden Nadeln oder Blätter besitzt und das leitfähige Gewebe im Stamm abgestorben ist.
Die jährliche Absterberate aller Baumarten wird nicht nur kurzfristig von solchen Ereignissen beeinflusst, sondern kann auch noch Jahre später erhöhte Absterberaten durch Folgeschäden aufweisen.

Definition und Berechnungsweg
Die Daten des Indikators werden zusammen mit der Waldzustandserhebung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Hessen ermittelt; angegeben wird die jährliche Absterberate aller Bäume.
Dafür werden mit einem Rasternetz von 8x8 km, das sich über ganz Hessen erstreckt, systematisch festgelegte Stichprobenbäume begutachtet. Insgesamt gibt es hessenweit 139 Aufnahmepunkte mit jeweils 24 Bäumen. Es werden nur Bäume erfasst, die erstmals bei der Aufnahme 100 % Nadel- und Blattverlust haben und als tot eingestuft werden.
Die für die Erfassung der Mortalitäten zu Grunde liegende Methodik basiert auf den Richtlinien des ICP-Forest, die bundes- und europaweit abgestimmt sind.

Hinweise zur Interpretation der Werte
Die Grafik zeigt die jährliche Absterberate aller Baumarten in hessischen Wäldern in Prozent. Dabei ist beispielsweise ein starker Anstieg der Mortalität in den Folgejahren nach besonders heißen und trockenen Sommern wie im Jahr 2003 zu erkennen.