Umweltindikatoren Hessen

Energieverbrauch
- Primärenergieverbrauch, einwohnerbezogen [GJ/E*a] [1]
- Endenergieverbrauch des Sektors privater Haushalte, einwohnerbezogen [GJ/E*a] [1]
Bedeutung
Zu 1.) Primärenergieverbrauch
Beim derzeitigen Energiemix ist der Primärenergieverbrauch ein deutlicher Zeiger für den Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen und für Umweltbelastungen, die aus Gewinnung, Transport, Aufbereitung und Verbrennung primärer Energieträger resultieren. Die aus der Nutzung fossiler Energieträger bedingten Kohlendioxidemissionen sind in Deutschland mit einem sehr hohen Anteil an den Treibhausgasemissionen beteiligt.
Zu 2.) Endenergieverbrauch des Sektors private Haushalte
Der Anteil des Endenergieverbrauchs der privaten Haushalte am gesamten Endenergieverbrauch lag im Betrachtungszeitraum bei gut einem Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Private Haushalte verursachen einen Teil der energiebedingten CO2-Emissionen. Sie verfügen zugleich über relevantes Minderungspotenzial, insbesondere durch Effizienzmaßnahmen sowie den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger.
Definition
Zu 1.) Primärenergieverbrauch
Der Primärenergieverbrauch ergibt sich als die Summe der Gewinnung von Primärenergieträgern in Hessen sowie den Bestandsänderungen und dem Saldo von Bezügen und Lieferungen von Primär- und Sekundärenergieträgern. Der dargestellte Primärenergieverbrauch ist nicht temperaturbereinigt und basiert auf der Wirkungsgradmethode. Durch die einwohnerbezogene Darstellung des Primärenergieverbrauchs wird eine Vergleichbarkeit trotz unterschiedlicher Bevölkerungszahlen ermöglicht.
Zu 2.) Endenergieverbrauch des Sektors private Haushalte
Angaben über den Energieverbrauch privater Haushalte und Kleinverbraucher stehen nur aufgrund "abgeleiteter" statistischer Ermittlungen zur Verfügung. In der Energiebilanz werden daher die Lieferungen an diese Verbrauchergruppe dem Endenergieverbrauch gleichgesetzt. Der Endenergieverbrauch gibt Auskunft über die Verwendung von Energieträgern, die unmittelbar der Erzeugung von Nutzenergie dienen. Der Endenergieverbrauch der Verbrauchergruppe private Haushalte und Kleinverbraucher beinhaltet den Energieverbrauch der Energieträger Kohlen, Mineralöle, Gase, erneuerbare Energien, Strom und Fernwärme.
Die Verbrauchergruppe private Haushalte und Kleinverbraucher beinhaltet neben den Haushalten die Bereiche Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) und übrige Verbraucher. Hierunter fallen Gewerbebetriebe mit im Allgemeinen weniger als 20 Beschäftigten (soweit nicht im Verarbeitenden Gewerbe erfasst), Geschäftsgebäude und Räume gewerblicher Art, Landwirtschaft, Handelsunternehmen, private und öffentliche Dienstleistungen und Einrichtungen, also bspw. auch Banken, Versicherungen, Krankenhäuser, Behörden.
Der Endenergieverbrauch für die privaten Haushalte ist Teilmenge des Endenergieverbrauchs privater Haushalte und Kleinverbraucher und ist für Hessen ab 1995 darstellbar.
Datenquelle
Zu 1.) Primärenergieverbrauch
Die Länderdaten werden vom Länderarbeitskreis (LAK) Energiebilanzen berechnet. Die aufbereiteten Daten veröffentlicht der Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnung der Länder (AK UGRdL) in der Regionaldatenbank Deutschland. Die Ergebnisse des Zensus 2011 wurden berücksichtigt.
Zu 2.) Endenergieverbrauch des Sektors private Haushalte
Der Endenergieverbrauch privater Haushalte und Kleinverbraucher ist Bestandteil der Energiebilanz (Erstellung in der Regel jährlich vom Hessischen Statistischen Landesamt), die im Länderarbeitskreis (LAK) Energiebilanzen methodisch abgestimmt wird. Die Aufteilung der Teilsektoren private Haushalte (HH) und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) erfolgt seit Berichtsjahr 2018 bereits mit Erstellung der Energiebilanzen. Die Ergebnisse des Zensus 2011 wurden berücksichtigt.
[1] Dieser Indikator gehört zu einem gemeinsamen Satz von 27 umweltspezifischen Nachhaltigkeitsindikatoren (Umweltindikatoren) des Bundes und der Länder, der erstmals im Jahr 2004 von der Umweltministerkonferenz (UMK) beschlossen wurde. Die Länderinitiative Kernindikatoren (LiKi) kümmert sich um die Entwicklung, Pflege und Dokumentation dieser Indikatoren.


